Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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das Leben, ihm war Poesie diejenige Wirklichkeit,worin beides eins ist; und nur weil die grobgesundenDinge solche Zumutung, mit dem Tode etwas zu tunzu haben, ablehnen, darum hielt er sich unter denenauf, die schon etwas davon erfuhren, zwischen denener an einer Grenze entlang gehen konnte, auf der diearmen, unzulänglichen Worte vonTod" undLeben"sich vertauschen konnten. Nie war es der Ehrgeizdieses ganz und gar zur Lebensdichtung geborenenDichters, dem Tod poetisch zu schmeicheln, nichtswollte er, als irgendwann einmal auch noch amGröbsten und aller Zartheit Verschlossensten das,was ihm Wirklichkeit hieß, zur Sprache zu bringen.Poesie konnte nichts sein als dies Wirklichkeitserleb-nis in ihm, zusammengedrängt in Worte, die dannals Beschwörungen sich verlautbaren würden - Sein,nicht Laut. Denn, wie paradox sich's auch anhörenmag, möchte ich doch schon hier vorwegnehmendbehaupten: irgendwo war dieser Dichter des Über-zartesten robust. Irgendwo hätte es ihm am ehestenentsprochen, mit kürzestem Vorstoß darzutun, daß,biblisch geredet, das Himmelreich der Gewaltigenist, derer, die es nicht erst erwarten, sondern schonin sich erobert haben, die nur vomEinen, was nottut," wissen, unverbrüchlich und unbeirrbar, unddenen Tod und Leben darum nicht in ein Zweierleiauseinanderfällt. Dieses schwer zu schildernde-man

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