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4,1,e (1886) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1549 bis 1555
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1272
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1272 Juni 1

555.

entgegen seien und auch seinem Vortrage widersprechen, den er früher im Namen Papst Julius III. seligund des heiligen Cardinalcollegiums gehalten habe. Da er seine Handlungen gut verantworten könne, u»ddamit man die treue liebe und väterliche Meinung des Papstes und des Cardinalcollegiums gegen dieEidgenossenschaft erkenne, so habe er auf das Verlangen einiger Herren über das, was er seit seiner Aus'sendnng und Verwaltung gethan habe, einen kurzen schriftlichen Bericht verfaßt. Nachdem er den genannte»Vortrag vor offener Tagleistung gehalten und sich gefreut habe, daß durch die Gnade Gottes aller Zwiespaltunter den Eidgenossen aufgehört habe, sei er wieder nach Mailand zurückgekehrt. Als er da aber vernommenhabe, daß Boten der acht Orte nach Luggarus kommen, habe er sich auch dahin verfügt und habe da gesuclst-in bester Meinung und mit den freundlichsten Ermahnungen dahin zu wirken, daß die vielen Luggarncser, d>egemäß dem Beschlüsse der Obern sich hinwegbegeben sollten, ihr Vaterland nicht verlassen (resp. wiederkatholisch werden) sollen. Nachdem er aber gesehen habe, daß seine Ermahnungen bei Einigen unwirksamseien, habe er sich vor die versammelten Boten der acht Orte verfügt u>H> sie gebeten, allen Fleiß anzuwenden,daß ihre betreffenden Untcrthanen in ihrem Lande bleiben und die von ihren Obern gegebene Ordnung halten,wodann ihnen mit aller Liebe und Freundschaft begegnet würde. Er habe vorgestellt, wenn jene der Religio»wegen Luggarus verlassen, so findeil sie weder in der Herrschaft Venedig, noch im Hcrzogthum Mailand,noch in irgend einem Orte durch ganz Italien Aufnahme; in Folge dessen würden sie genöthigt, ihtWohnstätte in Ländern zu suchen, in denen ihre Sprache nicht verstanden würde und sie die Sprache ocsLandes nicht kennten; auch würden sie sich auf jene Handwerke nicht verstehen, die dort in Übung seien, s»daß sie gegenüber ihrer jetzige» Wohnstätte große Entbehrungen zu erdulden hätten, zumal, wie er HM^viele von ihnen sehr arm seien. Er habe auch gehört, es beabsichtigen einige sich in benachbarte Orte vo»Luggarus, die unter der Herrschaft der III Bünde stehen, zu begeben. Es wäre aber gut, wenn diesesverhindert werden könnte; die wenigen (dortigen) Italiener seien eben solche, die sich der alten Ordnung de>Obern der eidgenössischen Orte widersetzt haben und ein Anfang der großen Zwietracht gewesen soff"'Würden die betreffenden Luggarneser sich an diesen in der Nähe von Luggarus befindlichen Orten niederlasse»'so würden sie in Folge der Neigung zu ihrer alten Wohnstätte und auch wegen ihres Nutzens vieles >»^derselben verkehren, sich auch da aufenthalten und so Anlaß zu neuen Unruhen und Widersetzlichkeiten ge^'»-Da der Gesandte die große Begierde des Papstes, in der Eidgenossenschaft die Einigkeit zu erhalten, ke»»e,und er selbst sehe, in welchem Ansehen die Eidgenossen bei allen geistlichen und weltlichen Potentaten dm' tihre Eintracht stehen, so habe er in löblichem Vorsatze gegen Alles gewarnt, was Zwietracht verursachtkönnte. Als er dann von Luggarus wieder nach Mailand zurückgekommen sei, habe er erfahren, daß ^Herren des Rothes zu Mailand von den (betreffenden) Vorgängen Kenntniß hatten. Nachdem er (»^einläßlicheren) Mittheilungen gemacht hatte (laut Meier I, 441: „daher vor meiner Mittheilung ihnen gethan /'seien dann Ordnungen und Satzungen gemacht worden, welche die Gesandten von Mailand den Eidge»»w'eröffnet haben werden. Etwas Anderes in Betreff der Untcrthanen der Eidgenossen habe der Gesa» ^weder bei dem Gubernator zu Mailand, noch bei de» „drpen grauwen", noch sonst bei jemand gchande ,dessen können die Eidgenossen bei den Ambassadoren von Mailand und bei denen der III Bünde sich verficht"'Die Eidgenossen mögen von dem Wohlwollen des heiligen Vaters, des Cardinalcollegiums und auch demjewgtdes Gesandten, namentlich auch wegen der seinem seligen Vetter, Bischof von Lodi, bewiesenen Fren»dsch»l'versichert sein. Er wolle zu Gott bitten, daß er unter den Fürsten einen guten Frieden herbeiführe, da»"der heilige Vater durch ein allgemeines Concilium die christliche Kirche zu voller Einigung bringen >»^'

St. A. Zürich: Abschiede Bd. 19, f. 333. Hieher eingetheilt. — St. A. Bern: Allgem. eidgen. Abschiede NN, S. 535, a wrxo mit andererSchrift: „Des bischoss von Terresine legat vom bapst", bei diesem Abschied. — K. A. Glarus: Abschiede; bei diesem Abschied- ^K. A. Basel: Abschiede 1555—1556, bei diesem Abschied. Die Basler Kanzlei bemerkt darunter: „Herren bischoss von TerracMverantwurten nf der jarrechnnng Baden ao. 1555 ingelegt.-