1264 Juni 155S.
Zu i. 1555, 12, Juni, Rom. Papst Paul IV. an die XIII Orte, der Kirche Freiheiten Beschirmer.Vor einigen Monaten sei der Gesandte des heiligen Stuhles, Octavian, Bischof zu Terracina, aus derEidgenossenschaft wieder nach Rom zurückgekommen und habe mehrere Briefe gebracht, aus denen sich ergebe,daß die Eidgenossen sich untereinander vereinbart haben und zugleich in göttlicher Liebe und Ehrbeweisnnggegenüber dem apostolischen Stuhle verharren. Während dieser Zeit habe es Gott gefallen nach sehr kurzerAmtsdauer die Päpste Julius III. und Marcellus II. zu sich zu berufen, daher sei eine Antwort so langeverzögert worden. Durch den Willen Gottes sei nun er, Paulus, zum Nachfolger der Genannten erwähltworden. Diese Wahl wolle er den Eidgenossen hiemit anzeigen und ihnen gleichzeitig melde», daß dergenannte Bischof sich wieder zu ihnen begebe. Wegen dessen großer Anhänglichkeit und Liebe zu derEidgenossenschaft und wegen der alten und empfehlenden Erinnerung an den Bischof von Lodi, seinen Vetter,habe der Papst gefunden, jener werde den Eidgenossen angenehm sein; sie werden auch durch ihn von derväterlichen Liebe des Papstes zur Eidgenossenschaft und von seiner Begierde für ihre Erhaltung und Acuffn"»güberzeugt werden. Er bitte sie, in Allem, was der genannte Bischof im Namen des Papstes mit ih»e"verhandle, ihm vollen Glauben zu schenken. Unterzeichnet: Vinns.
St. A. Zürich: Tschudische Documentensammlung Bund XI, das lateinische Original auf Pergament. Ebendaselbst: Abschiede Band 19,s. 335. - St. A. Luern: Abschiede H, S. 15g. — St. A. Bern: Allgem. eidgen. Abschiede XX, S. 527 (deutsch). — L. A. SchwyZ'-A. Kirchenstaat. — K. A. Zug: Abschiede Band 2. — K. A. GlaruS: Abschiede. — K. A. Solothurn: Abschiede Band 34, beim Abschiedvom 8. September 1555.
Der Vortrag des Nuntius, Bischofs Octavian von Terracina, erinnert einleitend an die alten Beziehungen derEidgenossen zu dem päpstlichen Stuhl, erwähnt dann die Wahl Pauls IV., versichert dessen großen Eiferfür das Wohlergehen der Eidgenossen, wie er aber auch wünsche, daß diese in brüderlicher Freundschaft Z"einander verharren. Im Auftrage des Papstes und des heiligen Collegiums sei der Bischof anhergekommen,die Eidgenossen zu begrüßen und das bereits Gemeldete auszurichten und die Eidgenossen zu ermahnen, inihrem bisherigen guten Willen gegenüber dem päpstlichen Stuhle zu verbleiben. Der Gesandte anerbiete seineHülfe zur Erhaltung ihrer Einigkeit und Wohlfahrt; alle Anliegen, die ihm vorgetragen werden, werdeer dem Papste und dem heiligen Collegium getreulich eröffnen, falls er nicht selbst Vollmacht hätte, recht'mäßige Verlangen zu gewähren. Empfehlung des Grafen und Herrn zu Montorio, Vetters des Papstes,und seines Hauses und Geschlechts; er sei der Eidgenossenschaft so geneigt, daß er dieselbe nicht verlassen werde.
St. A. Lucern: Allgem. Abschiede H, S. 153. — St. A. Zürich: Abschiede Band 19, k. 336. — St. A. Bern: Allgem. eidgenöss. AbschiedeS. 531. — K. A. Zug: Abschiede Band 2. — K. A. GlaruS: Abschiede. — K. A. Basel: Abschiede 1555—1556 bei diesem Abschied.— K. A. Freiburg: Vadische Abschiede, Band 16. — K. A. Solothurn: Abschiede Band 34, beim Abschied vom 8. September 1555.
Man vergleiche beinebens den am Ende dieses Abschiedes mitgctheilten Vortrag des päpstlichen Gesandte».
Zum Text haben das Aarauer und Zürcher Exemplar de» Nachsatz: Die Gesandten von Zürich habe»sich ohne Vorwissen ihrer Obern in keine Antwort oder Danksagung einlassen wollen.
Zu Ic. Die bezügliche Weisung an den Landvogt im Rheinthal im Namen der VIII Orte wirdunterm 10. Juli 1555 vom Statthalter der Landvogtei Baden, Kaspar Egli, des Raths zu Luccrn, besiegelt.
St. A. Zürich! RheinUM-r Abschiede S. SS».
Zu s. Unter den Gesandten der evangelischen Städte Waltete über diese Angelegenheit eine Vorvcrhandl»»g'
1555, 2. Juli. Die Gesandten von Zürich an Zürich. Diesen Morgen seien die Gesandten dervier Städte wegen des Bundschwörens zusammengekommen, wobei die Gesandten von Zürich von denen derübrigen drei Städte auf den von Zürich ihnen schriftlich übersandten Nathschlag Antwort verlangt habe».Die Boten von Bern habe» dann eröffnet, die Meinung derer von Zürich gefalle ihnen ganz gut und st^seien abgefertigt, mit den drei andern Städten den übrigen Orten diese Antwort zu ertheilen. Die Bote»von Basel haben es gänzlich bei dem von ihren Obern denen von Zürich zugeschriebenen Beschlüsse bleibe»lassen. Doch waren sie instruirt, mit den drei Städte» zu versuchen, ob „unser" Mittel bei den übrige"Eidgenossen verfangen möge und daher ihren endlichen Entschluß zu Hinterhalten, so lange dieses füglw)geschehen könne. Schaphausen wolle gern helfen, gegenüber den Eidgenossen arbeiten, damit jenes Mitte