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4,1,e (1886) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1549 bis 1555
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1166 März 1555.

Capiteln vorzugehen, Kenutniß zu geben. Auch abgesehen von den Capiteln werde er seinen guten Willen,zwar mehr durch die That, als durch Worte, an den Tag legen. Er danke den Eidgenossen dafür, daßsie an seinen gutenNachkoiunussen" in seinem Reich Gefallen gehabt haben, und befreue sich, daß dieZwietracht wegen Luggarus beigelegt worden sei. Den Gubernatoren zu Mailand habe er anempfohlen, dieCapitel pünktlich zu beobachten und auch außerhalb denselben den Eidgenossen und ihren Unterthanen gefälligzu sein. 2. Der Gesandte habe vernommen, daß die Gegner des Kaisers und des Königs von Englandseit Wochen an einigen Orten eine Practik getrieben haben, die der Erbeinung, den Capiteln und der gutenFreundschaft zuwider sei. Er bitte daher dringend, vorzusorgen, daß solche Practiken abgestellt werden, wasder Kaiser und der genannte König auch voraussetzen.

St. A. Lucern: Allgem. Abschiede y, S. Ivo. St. A. Zürich: Abschiede Band IS, t. ZI0. St. A. Bern: Ailgein. eidgenössischeAbschiede NN, S. 369, nach dem Abschied vom 3. September 1554. K. A. Basel: Abschiede 15551556. K. A. Freiburg: BadischeAbschiede Band 16. K. A. Solothurn: Abschiede Band 34.

Zu o, p, <z. Vortrag des Herrn von St. Laurent, Gesandter des Königs von Frankreich. 1. Alsder Gesandte eine Copie von dem Briefe des Kaisers, welcher letzter Tage den Eidgenossen zugekommen seiund vielerlei Schmähungen wider den König enthalte, gesehen habe, habe ihn befremdet, daß ein solcher Fürst,dessen Herz und Gemüth auf große Dinge gerichtet sein sollte, sich mit so kleinfügen und schlechten Waffenwehre, die ihm an seinem Vorhaben und an seiner Ehre mehr schaden als nützen. Dann sei auffallend,wie der Kaiser solche Dinge den Eidgenossen vorführen mochte, da jene doch die Sache leicht erkennen können.Betreffend sodann den ersten Punkt zweifle der Gesandte nicht, die Feinde des Königs und der Eidgenossenseien ungehalten, daß der König mit so vielem Fleiß de» Eidgenossen verdeutete, ihren Streit, aus deinUebels hätte folgen können, gütlich beizulegen, womit dem Ehrgeiz der Gegner allerdings nicht gedient sein mochte.Dabei aber werde sich nicht zeigen, daß sich der König hiebei oder sonst der Schmach- und Schmähworte habebehelfen wollen, Waffen, mit denen er sich nur erniedrigt hätte. Die vom König an die Eidgenossengerichteten Schreiben und die aus seinem Auftrage von dem Gesandten gehaltenen Vorträge seien zu guterFörderung und zu freundlichem Rathe der Eidgenossen geschehen, indem sie ermahnt wurden, genaue Obachtzu haben auf die heimlichen Practiken und Anschläge, die von Einigen betrieben worden seien. Wie dieFeinde des Königs es auch sonst im Gebrauche haben, so hätten sie es auch hier gerne gesehen, wenn ausjenem Span für die Eidgenossen Verderben gefolgt wäre. Der Vorwurf, der König habe Bündnisse >den Türken zum großen Schaden der Christenheit, sei reine Erdichtung; es sei bekannt, daß der König alsein christlicher König stets die Einigkeit und Wohlfahrt der Christenheit angestrebt habe, was einigen Erfolggehabt hätte, wenn nicht der überschwengliche Ehrgeiz der Feinde sich widersetzt hätte. Jenes sei eine schonim Jahre 1544 gebrauchte Schmachrede, um die Fürsten des Reichs wider Frankreich aufzubringen; dieGegner sollten aber jetzt etwas Anderes erdichten anstatt jene Vorgabe zu erneuern, da diese längst todt undwiderlegt sei. Insbesondere erkennen auch die Fürsten des Reiches, daß der große Ehrgeiz ihres Oberhauptesdie einzige Ursache jenes Schadens sei, den die Türken und Ungläubigen in Deutschland verübt haben. Dergenannte Feind begehre nicht die Wohlfahrt des Reiches zu fördern und habe kein Erbarmen mit seinemleiblichen Bruder, der von den Ungläubigen ans seinen Landen vertrieben worden sei, sondern anstatt hieraufzu achten, behellige er den König mit unbilligem Kriege. Obwohl dem König Vieles Hinterhalten wordensei, so hätte er dennoch um des Friedens und der Einigkeit in der Christenheit willen gerechte Forderungenfallen lassen, wenn er nicht vor vier Jahren durch dringende Roth gezwungen worden wäre, die Waffen ZUergreifen, um seine Unterthanen vor dem tyrannischen Ehrgeiz zu erretten. Seit dieser Zeit habe der KönigGroßes ausgeführt, das gutes Zeugniß für ihn gebe: die Erhaltung oder Beschirmung derer von Parma,Mirandola, der Stadt Rietz, die Erledigung der armen unterdrückten Sieneser, die Eroberung im LandLützelburg, die Vorgänge im Piemont und zuletzt die Schlacht bei Renti, welche gewonnen und wobei desKaisers Zug zurückgetrieben wurde. Die Vorgaben betreffend Markgraf Albrecht von Brandenburg seienohne Grund und werden ganz zwecklos hergezogen. Jene Verwüstungen, die dieser Markgraf in Deutschlandvorgenommen habe, seien nicht bloß mit Bewilligung, sondern auf den Befehl des Kaisers geschehen, wie