December 1552. , 741
habe er in der Folge de» Grafen schreiben lassen, sie sollen denjenigen, welche sich für sie verbürgthaben, billig begegnen und halten, was sie versprochen habe». !>) Endlich solle man sich nicht beklagen, daßder König die Knechte entgegen der Vereinung gebraucht habe; jedermann wisse, daß das nicht geschehen sei.wie denn der König entschlossen sei, die Tractate ewig aufrecht zu halten.
St. A. Lucern: Allg. Abschd. I>, t. IS». — St. A. Zürich: Absch. Bd. lS, 5. 443. — St. A. Bern: Allgcm. -idgen. Abschiede Nil, S. S5I.
L. A. Nidwaiden: Abschiede. — K. A. Basel: Abschiede Band 24. — K. A. Freiburg: Badische Abschiede, Band 15. — K. A. Solothurn:
Abschiede Band 32. — K. A. Schaffhausen: Abschiede.
II. 1552, 15. November. „Usavilla (Basel: Ansawyla) by Clermont in Lutringcn." Die am Endeverzeichneten Hauptlcute an die eilf in der Vereinung stehenden Orte. Man erinnere sich, wie im letztenApril dem König von Frankreich ein Aufbruch erlaubt worden sei, in welchem die Briefsteller mit andernHauptleuten vom König angenommen worden seien und ihm bis Mitte August zu seiner Zufriedenheit gedienthaben. Zur Vermeidung der Kosten, wie man glaube, habe der König dann die zweiundzwanzig Fähnchenauf zehn vermindert, auf welches die Briefsteller mit dem Herzog von Bouillon („Bulion") auf ein Neuescapitulirt und nach altem Brauch und Herkommen geschworen und dann dem Herzog von Annivers (?), ihremdamaligen und noch jetzigen Obersten, gedient, stets auf die Grenzen gezogen und sich, wie sie meinen, alsredliche Kriegsleute gehalten haben. Sie seien vom König auch von Monat zu Monat ehrlich bezahlt worden,und was sie den Knechten versprochen haben, haben sie gehörig geleistet; auch habe der König mit Bezugauf sein Geschütz und seine Person ihnen vor andern Nationen großes Zutrauen geschenkt. Als sie nun am6. November gemustert, ehrlich bezahlt und mit Munition, an der sie bisher keinen Mangel gehabt haben,um einen ziemlichen Pfenning, über den sich niemand beklagen könne, (versehen worden?) und den Knechtendie ihnen zugesagte Besoldung übergeben hatten, in der Meinung, wie früher, fortzudienen, habe» sich dieKnechte, ungeachtet der Feind sich oben im Lande und auch in der Picardie mit großem Schaden bemerkbarmachte, heimlich rottirt und seien hinterrücks der Hauptleute in starker Zahl hinweggcschlichcn. Das könnteden Zurückgebliebenen großen Nachtheil gewähren und werde auch den Eidgenossen nicht gefallen, da mankeine andere Bestallung als die piemontesischen Hauptleute angenommen habe und mit Willen der EidgenossenWeggezogen sei. Nachdem dieses am 8. und 9. November geschehen sei, habe sie der jetzige neue Admiralund Herzog von Annivers vorbcrufen und bemerkt, man habe dieses nicht erwartet, und wenn der Königdadurch in Schaden gcrathe, so werde man diesen den Eidgenossen zuschreiben. Diese sollen mit ihrenKnechten handeln wie mit denen von andern Nationen, namentlich wie mit den Landsknechten verfahrenwerde, die neben den Eidgenossen dienen. Die Hauptleute haben hierauf geantwortet, das Geschehene seiihnen leid, sie seien unschuldig, sie können gegenüber de» Knechten nicht mit Henken und Dergleichen verfahren,wie andere Nationen; beinebens wollen sie mit de» übrig gebliebenen Knechten dienen und gegen den Feindziehen und ihn schädigen, so lange es ihnen möglich sei. Das haben „sy" dann dem König zugeschrieben.Die eigene und des Vaterlandes Ehre bewege nun die Hauptleute, solches den Eidgenossen zu berichten, undsie zu bitten, da die Capitulation nur das Vaterland und die Bundesvcrwandten ausnehme, und diefortgelaufenen Knechte das Geld abgenommen und unverdient empfangen haben, sie nach Verdienen zu bestrafenund wieder hineinzuschicken, da sie Eid und Ehre übersehen haben und weder mit Krankheiten noch Geschäftensich entschuldigen können. Diejenigen, welche Geschäfte wegen Paßporte begehrt haben, haben solche erhalten,„aber im schyn mit 29 oder 39 oder mer knechten darvon gcvare», der kranken keiner bclibe» Wellen, daßdie königliche Majestät sich crpoten und wir mit ir, st) zu belcitcn und wägwysung geben, damit sy in irVaterland kommen mögend, aber als (alles?) nit helfen". Da nun die Fähnchen sehr schwach seien, somögen die Eidgenossen gestatten, daß jeder an seinem Ort durch eine Botschaft sie ergänze. Daneben bitteman um Weisung, wie man bei künftigen ähnlichen Fällen mit solchen Uebertretern von Ehre und Eidvorgehen solle. I» Beilage folge der Eid, den man geschworen habe; sollte irgend ein Artikel desselben denEidgenossen mißfällig sein, so hoffe man, der König werde denselben nachlassen. Es unterzeichnen: NiklausJrmi, Oberst, Thomas Hug und Gebhart Thaman (Basel: Donna) von Lucern; Batt Muheim vonUri, Melchior Heinrich von Zug, Peter Wichser von Glarus, Peter von Clery von Freiburg, Urs Schwaller