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4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
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Juli 1537.

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STT

Appenzell. 1537, 11. Juli.

Stadtarchiv St. Gallc»: Tr. XXVI. S.

Gesandte: St. Gallen. Doctor (Joachim) von Watt; Ambrosy Eigen.

Die Gesandten von St. Gallen tragen (dem Nathe) derer von Appenzell vor, ihre Herren haben ver-kommen, daß die von Appenzell, die den Leinwandhandel betreiben, auf der weißen Leinwand als Zeichen nebst^ ^ und 1° auch einen Krebs führen, der dem Krebs der Stadt St. Gallen ganz gleich sei. Das lasse ver-buchen, daß die von Appenzell bei den Goldschmieden von St. Gallen eine Nachbildung des dortigen Krebs' ver-unstaltet haben. Das müßten die von St. Gallen in hohem Maße bedauern; bekanntlich haben diese seit mehruls hundert Jahren auf ihrer weißen Leinwand nebst andern Zeichen diesen Krebs gebraucht, deßhalb ihnenunleidlich sei, wenn Andere sich des gleichen Zeichens bedienen. Wenn allerdings einige benachbarte Orte diesenrebs auch anwenden, so sei das nur mit Bezug auf rohe, nicht aber für weiße Leinwand der Fall. VorObiger Zeit haben auch die von Constanz, als sie den Leinwandhandel wieder aufgegriffen, einen Krebs fürb weiße Leinwand brauchen wollen; als sie aber vernommen, daß dieses denen von St. Gallen beschwerlichb e und sie gütlich oder rechtlich hievon abstehen müßten, haben sie den Krebs an einen Scorpion mit einemsummen Schwanz vertauscht. Es bitten daher die von St. Gallen freundnachbarlich die von Appenzell, dielrigen zu vermögen, von dem Gebrauch dieses Zeichens abzugehen, damit weiterer Zwist unterbleibe; jederachbar halte dem andern für ungut, wenn er sein Hauszeichen, das man auf Geschirre schlägt oder brennt,Nachmacht, um so weniger sei solches in Größerm zu dulden. Hierauf antwortet Ammann Broger in Beisein^u Hans von Heymen und Schinder Ulyß: 1. Schon vor vielen Jahren haben die von Appenzell auch^'Uo Bleiche gehabt; warum diese aufgehört sei bekannt; schon damals haben sie sich als-Zeichen des Krebs/ lent, und dieses wollen sie jetzt fortführen; doch nicht als Zeichen derer von St. Gallen, sondern als Zeichenerer von Appenzell; es unterscheiden sich denn auch beide wohl; der Krebs der Appenzeller habe ein schwarzes^Uzlein, das dem von St. Gallen fehle, auch sei dieser bedeutend größer als jener. Ebenso führen beideieile seit Langem her und noch jetzt das gleiche Zeichen in Fähnchen und Panner, doch so, daß beide unter-reden werden können. Sollte aber der Unterschied der beiden Krebse noch zu gering erscheinen, so wollen^ dessen Verschiedenheit noch deutlicher gestalten; sie bitten daher, sie als gute Nachbarn ruhig zu lassen.- Ferner erinnert Ammann Broger, wie er 'zur Zeit wegen des Leinwandzolles vor denen zu St. Gallenschienen, da, wenn sie Leinwand kaufen, die Stadt drei Schilling Pfenning auf ein Tuch schlage, was sie fürSistig halten, zumal sie beglauben, es bestehen Briefe, die unter ihnen den freien Verkauf festsetzen; sie bitten^germeister und Rath, sie dieser Beschwerde zu entledigen. 3. Endlich verlaute, es hätten die von St. GallenIhrigen den Markt zu Herisau verboten. Wenn dem so wäre, was sie nicht wohl glauben können, zumalMärkte von Kaisern und Königen gefreit seien, so bitten sie, daß man auch dieses heimbringe, um Ab-^ Zu gewähren. 4. Beinebens wurden die Gesandten von St. Gallen freundlich gehalten und ab derUrberg gelöst. '

Dieser Abschied ist seiner Form nach ein Gesandtschaftsbericht der St. Gallcr Gesandten. Abgedruckt inZellwcger: Urkunden Nr. 797.