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Zeugnisse zur Geschichte der Märchen
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62 Johannes Bolte. ffc 39

164. Ernst Münch (geb. 1798 zu Rheinfelden imKanton Aargau) berichtet 1836 in seinen Erinnerungen,Lebensbildern und Studien 1, 37: 'Mein längstes Denkengeht bis ins dritte Jahr zurück, und ich kann mir nochjetzt mit ziemlich historischer Treue alle die Freuden-und Schreckensbilder vergegenwärtigen, welche meineWiege umstanden. Am lebhaftesten beschäftigte die Ein-bildung das Wasser (des Mühlenbaches). . . Dann kamendie schönen Mährchen vom singenden Baum') und demGruseln' 2 ), vom Rattenkönige und Marie-Leenken' 1 ), vonden verlassenen Fräuleins und den stückweis aus demKamin herabfallenden Tyrolern ') u. dergl., womit ichEltern, Mägde und jedermann plagte. Eine meiner Ge-spielinnen, welche bereits damit angefüllt war und ambesten die Sachen für mich einzukleiden wußte, erhieltstets so lange Püffe und Schläge, bis sie zur Ermüdungmir vorerzählt hatte. Immer aber spielte das Wasser dieHauptrolle dabei.' — 1, 39: 'Keck sprach der sieben-bis achtjährige Junge bereits von Friedrich dem Großenund Schinderhannes, von Kaiser Joseph und Dessalines,von Bonaparte und den drei Müllerstöchtern•"'), eine Ge-schichte, die mich an das treffliche 'rote Buch' vonGlatz ["1800] erinnert.'

165. Heinrich Heine (geb. 1797), Deutschland einWintermärchen (1844) Kap. 14:

Wie klingen sie lieblich, wie klingen sie süß,Die Märchen der alten Amme!

') Feenmärchen, Braunsch\vei{, r 180I S. 322: vgl. oben 2, 245, aberauch 2, 381.

ä ) Oben 1. 22 nr. 4.:l ) Oben 1,412 nr. 47.4 ) Oben 1, 30'.'') Oben 1, 373-