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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
186
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186§. 2.Die Gestalt der Höhle und der Rand des Beckens R. F. K. G. war der der vierfüßigen Thie-re völlig ähnlich. Auch ragt der Unterknöchel IV. des Steißbeins sehr hoch über dem Schaam-bein hinaus. Bey uns hingegen ist alles wegen der graden Richtung unsers Körpers kurz zusam-mengedrungen. Die Darmbeine sind kürzer der Rand des Beckens vorne aufwärts gebo-gen, wodurch der Mittelpunkt der Schwere in einer senkrechten Linie der Schwere gemächlichergetragen wird. Doch auch alsdenn würden das heilige und das Steißbein in einer rechten Linie,wie bey dem Orang, wenn dieser Knochenbau so bliebe, das Sitzen verhindern. Allein derSchoͤpfer hat hier aus diesem Grunde diese beyde Knochen bey uns und unsern Weibern hohlgebogen, welche zufälligerweise deswegen ungemächlicher niederkommen, weil der Kopf des Kin-des erst längst der Achse des Beckens niederwärts bis auf das Steißbein sinkt, und dann schiefnach vorne muß gedruckt werden, um geboren zu werden; wie ich bey einer andern Gelegen-heit deutlich bewiesen habe 67).Die Orange werfen also, wie alle vierfüßige Thiere, ihre Jungen sehr gemächlich, weildie Oeffnung, wodurch das junge Thier, um geboren zu werden, hindurch dringen muß, inder Achse des Beckens selbst liegt, und das Steißbein, obschon von den Darm= und Sitzbeins-dändern F. H. E. unterstützt, sehr gemächlich zurückweichen kannDie Hüftbeine theilten sich sehr sichtbar in drey Stücke in I., so wie sie Galen 68) sehrgenau beschrieben hat. Doch war das Ueberbleibsel der Trennung des Sitzbeins mit dem Schaam-beine kaum mehr sichtbar. Schon zuvor haben wir bemerkt, daß es ein starker Beweis seinerJugend sey.§. 3.Das heilige oder Kreuzbein besteht, wie schon Galen 69) gesagt hat, beym Orang nuraus drey Wirbeln; doch hiervon haben wir schon zuvor weitläuftig gehandelt. Das Steißbeinwar aus vier Knochen zusammengesetzt, wie sie hier mit I. II. III. IV. abgebildet sind. Sie sindsehr breit und groß, und in Vergleichung mit des Menschen seinen merklich größer, den erstenWirbel ausgenommen, welcher sich mit dem heiligen Beine vereinigt.67) S. die 8te Figur des 1sten Kupf., welches ich beym Mauriceau gefügt habe, und Mem. de l'AcadR. de chir. de Paris T. V. S. 741. Fig. 2. Kupf. 18.68) De ossib. c. 20. S. 22.69) Eb. c. 11. S. 19. B C.Neun.