187Neuntes Hauptstück.Das Schenkelbein — das Knie und der Fuß des Orang.§. 1.Der Schenkelkopf ist rundherum sehr glatt und eben, mit Knorpelflächen überzogen, undohne rundes Band, welches mich, als eine Besonderheit, sehr wunderte. Er war so an beydenSeiten im Rumpfe des Haagschen Orangs beschaffen, wie ich noch zeigen kann. Da ich her-nach das Glied der Hüfte im Orang, den mir der Herr Hope geschickt hatte, mit Vorsatz öff-nete, fand ich das NämlicheDieses ist indessen noch sonderbarern, daß in einigen andern Affen dieses Band immer ge-funden wird; selbiges auch von Galen beschrieben, und als die Ursache, warum die Verren-kungen des Schenkels aus der Höhle oder Pfanne des Hüftbeins, wenn dieses Band zerbrochenist, so mühsam heilen könne, angegeben worden ist. Bey hinkenden Menschen vergeht diesesBand gänzlich, und der Schenkelkopf wird nach dem Tode ganz glatt, das ist, ohne Einschnittgefunden, so wie ich durch mehr, als vierzig Beyspiele, würde beweisen können.Da dieses Band beym Orang von Natur fehlt, und er nichts destoweniger den Schenkelsehr geschickt bewegen kann, so muß es bey uns einen uns noch gänzlich unbekannten Nutzen haben. Der Mangel desselben macht unterdessen zwischen dem Orang und dem Menschen einesehr merkliche Verschiedenheit.§. 2.Von dem Knie werden wir nichts mehr sagen, als daß ich in der Sehne des Kniescheiben-muskels (poplitaeus) ein sehr großes, doch knorplichtes Sesambeinchen gefunden habe. Nichtallein im Rumpfe, sondern auch in dem Orang des Hoffmann, das ist, in meinem ersten tra-ich ein solches Bein an.Dieses Sesambeinchen konnte meiner Aufmerksamkeit destoweniger entwischen, weil esnie beym Menschen, sondern immer in den Papianen, Hunden, Füchsen, Katzen u. s. w. an-getroffen wird.Aa 2Ich
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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187
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