178In der Einleitung haben wir schon so weitläuftig von der Anzahl der Lendenwirbel gehan-delt, daß es überflüßig wäre, hier mehr davon beyzufügen.§. 3.Doch noch einen stärkern Beweis, daß das Thier von Natur mit einem krummen Rückenund Körper sitzt und läuft, giebt uns die folgende Betrachtung. Die Säule aller Wirbel zu-sammen bis an das heilige Bein steht nicht in einem S, so wie beym Menschen aus dem Aufrecht-gehen nothwendig folgen muß — das ist, unser Rückgraat hat, wenn wir geboren werden,diese wellenförmige Gestalt nicht, erhält sie aber allmählig, und zwar aus folgenden Ursachen1. Zeigt die aus dem Bewegungspunkt des Kopfes durch den Mittelpunkt des Beckens ge-zogene Linie der Schwere, daß wir, nach dem Maasse wie unser Körper vorne schwerer wirdunsere Brust und Schultern wegen dem Gleichgewichte mehr hinterwärts halten müssen — undaus der nämlichen Ursache fällt der Kopf mehr vorne über, und der Rückgraat wird im Halsehohl, im Rücken erhaben, und in den Lenden wieder hohl, wie man am besten aus den vortreff-lichen, vom großen Albin uns nachgelassenen Abbildungen vom Menschengerippe und von derKnochen sehen kann. Doch Zippokrates 47) war der erste, der diese wellenförmige Gestaltam genauesten beschrieben hat, wie ich schon vor zwanzig Jahren bemerkt habe 48).2. Der Bewegungspunkt unseres Kopfes ist so beschaffen, daß die Gelenkknöpfe des Hin-terhaupts grade in die Mitte zu stehen kommen, da im Orang (S. Kupf. II. Fig. 2.) der Ab-stand von K. bis in die senkrechte Linie aus D. und e. oder aus e. k. gezogen, sich zu K. S., wie1 zu 2. verhalten wird.Der Kopf unsers Orangs muß also immer vorüber nach unten hängen. Die Halswirbelscheinen auch aus der nämlichen Ursache mit längern Fortsätzen versehen zu seyn.§. 4.Da nun der Mensch aufrecht geht, und der Drehpunkt der Schenkel auf den Füßen nichtin47) De arte. Chart. Vol. VIII. Tent. 40. 41. 42. 4448) S. meine Abhandl, zum 2ten holländischen Druck des Mauriceau und meine kl. Schrift. Band 4,
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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178
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