Druckschrift 
Neu-entdeckte Gedichte Ossians
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

Ein Gedicht.33Sag ihr, ich steig willig ins Grab. Aber errichteden Stein meines Ruhms. Laß das Mädcheneine Blume mitleidig hinstreuen. Laß nur eineThräne von ihr meine enge Grube benetzen, diesist mein einziges Begehr: Dies kann sie mei-nem Schatten verleihn.Ich wollte sprechen; ausbrechende Seufzer ver-drangen meine stammelnden Worte. Ich warfmeine Klinge hinweg. Ich faltete den Jüngling inmeine Armen. Aber ach! schon war seine Seelenach den luftigen Hallen seiner Väter geflohn!Dreimal hob ich meine Stimme, und rief dieFürsten zum Kampf. Dreimal wirbelte meineKlinge. Dreimal schlug ich auf meinen Schild.Kein Krieger erschien. Sie scheuten die Kraftmeines Arms. Sie verließen das blauäugigteMädchen.Drei Tage blieb ich in Brannos Hallen. Amvierten führte er mich zu den heimlichen Kammernder Schöne. Sie kam, begleitet von ihrem Ge-folg, zierlich in reizender Pracht. Wie der Mond,wenn all die Sterne sein Herrschen erkennen, undsich beschämt und demütig rückziehn. Ich legtemeinen Speer zu ihren Füßen. Worte der Liebe