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Neu-entdeckte Gedichte Ossians
Entstehung
Seite
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Phelim. Ein Gedicht.Weisheit, von Verstand=begabter Macht? Werist's der aus den morschen Trümmern der Naturewige, unaufhörliche Wiedergeburt hervorruft?Wer ersetzt die Brüche der Zeit? Wer sagt demPflanzenreiche zu keimen? Wer leitet den Flügeldes Sturms? Wer befiele dem Meere zu brau-sen? Nun erkenn ich, o Lamin, die unwider-stehliche Macht deiner Rede. Was du GOtt nennst,muß seyn. Und dieser GOtt, muß seyn, wie dusagst, ewig, wohlthätig, allmächtig und gerecht.Gieb Erleuchtung gütiger, mächtiger GOtt!Treib, ferne von mir der Unwissenheit Schatten;Sie haben bisher meine Seele verdunkelt. Lehrmich deinen Willen zu erkennen; Lehr mich dich zulieben; Lehr mich deinen Gesetzen zu folgen? Wiedie erhabene Tanne des Hügels, derer Gipfel inträgem Nebel verhüllt lag, ihre Aeste verbreitet,und glänzend zum Himmel sich hebt, wenn dieStrahlen der Sonne die Wolken durchdringen,und die finstern Düfte verscheuchen, eben so glän-zend, so herrlich soll meine Kraft sich erheben; ebenſo treibe das Licht der Wahrheit meine Wehen hin-weg, und zernichte die Angst der leidenden Seele.