Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

*4

ein noch weit vorzüglicheres Volk, welches zu Lande,,und zur See sich in seinen Kriegen einen ausgezeich-neten Ruhm erworben hat, wenden! Ich halte esmeiner Pflicht gemäfs, dich mit den Gefahren, welche dir bey diesem Zuge drohen, bekannt zu machen."

,,Du willst eine Brücke über den Hellespont schla-fen, sagst du, um dein Heer durch Europa nach Hel-las zu führen. Dabey könnte es sich aber ereignen,,,dafs du auf dem Lande, auf der See, oder auf beydeneine Niederlage erlittest. Denn die Hellenen geltenfür ein tapferes Volk; und wie gegründet dieser Rufist, erhellt schon daraus, dafs die Athenienser für sich,,allein das Heer zu Grunde richten konnten, welchesunter dem Datis und Artaphernes in ihr Land einfiel.Denn diese müssen demnach weder auf dem Landenoch auf dem Meere glücklich gefochten haben. Soll- ten nun die Hellenen ihre Schiffe bemannen, unsereFlotte schlagen, dann nach dem Hellespont schiffen,und dort unsere Brücke zerstören, so würde das Un-,, glück, mein Gebieter, wahrlich grofs seyn."

Es ist nicht meine eigne Weisheit, welche michdies muthmafsen läfst, sondern das Verderben, wel-sches deinen Vater beynahe erreicht hatte, als er dieBrücken über den Thracischen Bosporus und über denIsterstrom schlug, um in das Land der Scythen vor- zudringen. Damals gaben sich die Scythen alle er-sinnliche Mühe, um die Joner, denen der Schutz derBrücke anvertraut war, dahin zu bringen, diese zuzerstören; und hatte Histiäus von Milet dem Antrageder übrigen Jonischen Tyrannen Gehör gegeben, und