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Zweytes Kap 1 t e 1.
Während die Persische Flotte noch hey Histiäum lag, 24erschien ein Bote vom Xerxes, welcher die Mannschaftderselben einlud; nach Thermopylä zu kommen. Vor-her aber hatte der König in Absicht der Leichname,welche auf dem Wahlplatze lagen, folgende Einrich-tung getroffen. Von den zwey Myriaden nämlich, wel-che in der Schlacht gefallen waren, liefs er nur tau-send liegen; die andern aber in Gruben werfen, mitLaub überdecken, und durch aufgeschüttete Erde demübrigen Boden gleich machen, damit das Seevolk nichtsdavon erfahren möchte. Sobald demnach der Heeroldzu Histiäum angekommen war, versammelte er allesVolk von den Schiffen und sprach; ,,Ihr Bundsgenos-„sen! der König Xerxes will einem jeden von euch er-lauben, wenn er will, seinen Posten zu verlassen, um,,naeh Thermopylä zu kommen und zu sehen, wie er„mit den unsinnigen Menschen gefochten hat, die einst„sich mit der Hoffnung schmeichelten, das Heer des„Königes zu besiegen."
Hierauf war bald bey Histiäum nichts seltner als 25Schiffe, so grofs war die Menge derer, welche dasSchlachtfeld zu sehen begehrte. Sie schifften hinüber,gingen zwischen den Leichnamen" umher, und hieltensie alle durchgängig für Lacedämonier und Thespier,obgleich sie mit Heloten vermischt waren. Doch be-