Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
193
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von dreyfsig Jahren eines natürlichen Todes, und hin-terliefs seinem Sohne Periander die Tyranney."f.In den ersten Zeiten seiner Regierung bewies

sich Periander ungleich milder wie sein Vater. Nach-dem er aber mit dem Thrasihulus, dem Tyrannen vonMilet, durch Boten Umgang gepflogen hatte, warder noch weit grausamer, als selbst sein Vater gewesenwar. Er hatte nämlich einen Boten an den Thrasi-hulus geschickt, der diesen fragen inufste: wie er,,herrschen sollte, um den Staat so gut wie möglich zu»/verwalten. Thrasihulus führte darauf den Mann, wel-schen Periander ihm gesendet hatte, vor die Stadt zwi-schen Saatfelder hin, und fragte ihn zugleich man-cherley und wiederhohlt über seine Reisen von Ko-rinth zu ihm hin. Doch überall, wo er nur während,jderh Gespräch eine Aehre erblickte, die über die anrdem hervorragte, brach er sie ab, bis er zuletzt denhöchsten und schönsten Theil der Saat auf dieseWeise verderbt hatte. Darauf, nachdem sie den Ackerdurchwandelt hatten, entliefs er ihn ohne ihm weiter«einen Auftrag zu geben."

Als der Bote nach Korinlh zurück kam, war Pe-i,,riander aufseist begierig, die Iiathschläge des Thrasi-bulus zu erfahren. Der Bote aber sagte ihm: esi,nähme ihn Wunder, wie er ihn zu einem Mann ge-schickt hätte, der halb wahnsinnig mit eigner Handsein Eigenthum verderbe, und erzählte zugleich, wasg-er den Thrasihulus hatte thun sehen. Doch Perianderfafste den Sinn dieser Handlung sehr wohl, und sah»daraus, dafs Thrasihulus ihm rieth, die vornehmstenIL N