Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

158

Wundre dich nicht, Kleomenes, wenn ich so eilig,,nach Sparta komme; denn folgendes Geschäft führtmich hierhin. Dafs der Joner Söhne Knechte sind,, statt freye Menschen, gereicht uns am meisten zur,(Schande und zum Schmerz; vor allen übrigen abereuch, als dem ersten Volke von Hellas. Darum bit-,,ten wir euch, bey den Hellenischen Göttern, entreifstuns, die wir aus gleichem Blute mit euch entsprossensind, der Knechtschaft. Ist es euch doch etwasleichtes, dies zu thun. Denn die Barbaren sind nichttapfer; euren kriegerischen Muth hingegen erhebt,,der Ruhm über alle andre Völker. In ihren Schlach-ten führen sie nur einen Bogen und kurze Spiefse,während sie ihren Körper durch lange Hosen undspitze Hüte bedecken. Sie sind also leicht zu bekrie-gen ; und die Bewohner jenes Welttheils besitzen soviele Schätze, als alle übrigen zusammen genommen.Denn Gold und Silber und Erz und bunte Kleiderund Wagen und Sklaven, alles was ihr im Geiste nurbegehren könnt, würdet ihr haben. Die Reihe, inder sie an einander grenzen, will ich dir nun ange-,,ben. An die Joner hier grenzen die Lider, in einemvortrefflichen Lande, wo man das meiste Silber findet(während er sprach, zeigte er beständig auf die Ab-bildung der Erde, welche er auf der Tafel eingegrabenvor sich hatte).An die Lider" fuhr er fort,grenzenim Osten Vliese Phriger, die von allen Menschen, diemir bekannt sind, den gröfsten Reicbthum an Heer-,,den und Früchten besitzen. An die Billiger grenzendie Kappadokier, welche wir Sirler nennen. An diese