Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
136
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der I'erser; Amintas gab es, und berief sie überfliesnocb als Freunde an seinen Tisch. Er liefs ein präch-tiges Gastraa] zurüsten, und nahm die Perser liebreichauf. Da diese aber währefid des Males halb trunkengeworden waren, sprachen sie zu dem Könige: Mace-donischer Gastfreund, wenn wh' in Persien ein so herr-liches Gastmal geben, so ist es Sitte, dafs wir auchunsre Beyschläferinnen und unsre Weiber hinzufüh-ren , und sie neben die Gäste hinsitzen lassen. Da duuns so gefällig aufgenommen, so köstlich bewirthet,und dem Könige Erde und Wasser gfegeben hast, sofüge dich auch hierinn unsem Gebräuchen. Amintasantwortete: Unsere Sitte ist dies nicht, ihr Perser;wir sondern vielmehr die Weiber von den Männernstrenge ab. Da ihr aber einmal unsre Gebieter seydund es wünscht, so soll euch auch dies gewährt seyn.Darauf liefs der König die Weiber rufen , und befahlihnen, als sie erschienen, sich alle in einer Reihe denPersern gegenüber zu setzen. Als diese aber dieschönen Weiber erblickten, sagten sie zum Amintas:dies sey nicht weise gehandelt. Denn besser wäre esgewesen, die Weiber gar nicht; herhey zu rufen, alssie kommen zu lassen und dann nicht neben sie, son-dern zum schmerzlichen Anblick gegenüber zu setzen.Gezwungen befahl ihnen nun Amintas, sich nebendie Perser zu setzen; und kaum hatten die Weiber ge-horcht, als jene anhengen ihren Busen zu betastenund, wie sie trunkner wurden, sich auch fiechereLieb-Losungen zu erlauben.