Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

diese ist bey den Libiern sehr gebräuchlich und unge-mein schon. Die Hellenen haben von den Libiernebenfalls die Sitte empfangen, vier Pferde vor denWagen zu spannen.

Die Nomaden beeidigen ihre Todten gerade wieigodie Hellenen, ausgenommen die Nasämonen, die siesitzend begraben, und, wenn einer den Geist aufgebenwill, sorgfältig darauf achten, ihn aufrecht zu setzen,damit er nur nicht liegend sterbe. Ihre beweglicheWohnungen flechten sie mit Einsen aus Asphodillenzusammen.

Die westliche Gegend am Tritonstrome, zunächst» 0 *bey den Auseern, bewohnen schon Libier, die das Feldbauen und feste Wohnungen haben. Man nennt sieMaxier. Sie lassen ihr Haar auf der rechten Seite desKopfes wachsen, scheeren es auf der linken hingegenweg, und bemahlen ihren Leib mit Zinnober. Siegeben sich für Abkömmlinge der Trojaner aus. DieseGegend und das ganze westliche Labien ist viel wild-reicher und stärker mit Waldung besetzt, als das Landder Nomaden: denn diese östlichere Gegend, welchedie Nomaden bewohnen, ist tief und sandig bis an denTritonstrom; die westliche Gegend hingegen, welchevon den Ackerbauern bewohnt wird, ist uneben, dichtmit Waldung bewachsen, und reich an wilden Thieren.Denn hier sieht man ungeheure Schlangen, Löwen,Elephanten, Bären, Nattern, gehörnte Esel, und,.nachdem Vorgeben der Libier, nebst andern fabelhaftenThieren auch Menschen mit Hundsgesichtern, und ohneKöpfe, welche die Augen auf der Brust tragen, undwilde Männer und Weiher. ]