Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
119
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die Libier sind in Wahrheit die gesundesten aller Men-schen, die wir kennen; oh deswegen, kann ich nichtmit Gewifsheit sagen; aber die gesundesten sind sie.Verfallen die Kinder, wahrend sie sie brennen, inZuckungen, so steht ihnen ein Gegenmittel, welchessie erfunden haben, zur Hand; sie heilen sie nämlichdurch das Besprengen mit Bocksurin. Ich sage, wasdie Libier selbst sagen.

i83 Bringen die IS'ornaden ihren Göttern ein Opfer, soschneiden sie dem Thiere zuerst ein Ohr ab, und wer-fen dies als Erstling über das Haus. Dann drehen sieihm den Hals um. Sie opfern nur der Sonne und demMonde. Diesen Gottheiten opfern alle Libier; die,welche um den Trilonisclieu See wohnen, verehren dieAthene am höchsten, und demnächst den Triton undden l'oseidon.

i8<) Die Kleidung und die Aegis hey den Statuen derAlhene haben die Hellenen von den Libierinnen ent-lehnt. Denn ausgenommen, dafs das Kleid bey denLibierinnen aus Häuten gemacht ist, und dafs dieQuaste an der Aegis keine Schlangen, sondern lederneRiemen sind, ist der Schmuck der Göttin der Trachtder Libierinnen vollkommen ähnlich. Schon der Namözeugt dafür, dafs die Kleidung der Palladien aus Libienstammt. Die Libischen Weiber nämlich werfe» überihre andre Kleidung glatte, rolhgefärbte Ziegenfelleund nach diesen, welche die Hellenen Aegiden .nennen,haben sie auch die. Aegis benannt. Auch die Weh-klage, welche die Weiber hey den Festen dieser Göt-tin erheben, scheint mir aus Libien zu stammen; denn