Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
114
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einem jährlichen Feste, welches der Athene zu Ehrengefeyert wird, theilen sich die Jungfrauen des Landesin zwey Haufen, und kämpfen gegen einander mitSteinen und Kaulen. Sie sagen, dieses Fest wäreihnen von ihren Voreltern überliefert worden, und siefcyerten es einer vaterländischen Göttin zu Ehren. Esist die nämliche, welche wir Athene nennen. Die Jung-frauen, welche hey diesem Kampfe an ihren Wundensterben, nennen sie trügliche Jungfrauen. Ehe derKampf beginnt, geschieht noch folgendes. Man rüstetgemeinschaftlich diejenige Jungfrau, welche vor denübrigen die schönste ist, mit einem KorinthtischenHelme und einer vollkommnen Hellenischen Rüstung,setzt sie auf einen Wagen und führt sie im Kreise umden See her. Womit sie vormals die Jungfrauen ge-schmückt haben, bevor sie noch diellellenen zu Nach-barn bekamen, kann ich nicht sagen; doch glaube ich,sie nahmen damals Aegip tische Rüstung. Denn es istgewifs , dafs auch der Schild und der Helm Erfindun-gen sind, welche die Hellenen den Aegiptern verdan-ken. Die Auseer behaupten : Athene sey eine Tochterdes l'oseidon und des Tritonischen Sees. Sie wäreaher einst aus irgend einer Ursache unzufrieden mitihrem Vater geworden, und hätte sich dem Dis über-geben , der sie darauf zu seiner eigenen Tochter ge-macht halte. Dies erzählen sie. Sie begatten sichöffentlich, leben nicht in Gesellschaft, sondern laufenzusammen wie die Thiere. Hat das Kind dann beydem Weibe einige Stärke erlangt, so kommen dieMänner um den dritten Monat zusammen, und wem