I
ihnen zu schaden, liefsen sie sie in Ruhe. Mit jedem
Tage rückten die Lager einander näher. Weder dieJünglinge noch die Amazonen hatten aufser ihren Waf-fen und ihren Pferden irgend etwas hey sich; und bey-derseits lehten sie von der Jagd und vom Raube.
Um die Mittagszeit pflegten die Amazonen sicb.115einzeln, oder zu zweyen zu zerstreuen und sich weitervon einander zu entfernen, um ihre Nothdurft zu ver-nichten. Als die Jünglinge dies sahen, thaten sie dasnämliche ; und es traf sich, dafs einer von ihnen eineAmazone allein fand, die nicht weg lief, sondern er-laubte, dafs er ihr beywohnte. Sprechen konnten sienicht mit einander, weil sie einer des andern Sprachenicht verstanden, aber mit der Hand bedeutete dasWeib, er sollte am folgenden Tage an den nämlichenOrt kommen, und noch einen andern mitbringen, dannwollte auch sie sich mit einer zweyten einlinden. Nach-dem sich der Jüngling entfernt hatte, sagte er dies sei-nen übrigen Gefährten; und als er sich am folgendenTage mit einem andern an den nämlichen Ort begab,fanden sie schon die beyden Amazonen, die sie dorterwarteten.
Sobald die übrigen Jünglinge dies erfahren hatten,zähmten sie auch die übrigen Amazonen. Darauf ver-einigten sie ihre Lager, wohnten zusammen, und jedem/),behielt diejenige zum Weibe, die er zuerst genossenhatte. Die Männer waren nicht im Stande die Spracheder Weiber zu lernen; und die Weiber mufsten dieder Männer annehmen. Sobald sie sich nun verständ-lich machen konnten, sprachen diese zu den Amazonen: