Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
382
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Drohung, denn sie wollte lieber noch langer Jungfraubleiben, als ihren Vater verlieren.

Polykrates achtete auf alles Zureden nicht; en25Schiffte zum Orötes und nahm eine Menge Gefährten,und unter diesen auch den Demokedes , den Sohn desKalliphantis, einen Krotaniaten, der der eiste Arztseiner Zeit war , mit sich. Aber als er in Magnesienangelangt war , kam er auf eine schreckliche Weise,die weder seiner noch seiner Anschlüge für die Zu-kunft würdig war, um. Denn nimmt man die Königevon Syrakus aus , so verdient keiner von allen übri-gen Hellenischen Tyrannen in Ansehung der Erhaben-heit der Gesinnungen mit dem Polykrates verglichenzu werden. Orötes liefs ihn auf eine Weise, die ichnicht erzählen mag , umbringen, und dann an dasKreutz schlagen. Alle Samier, die sich in seinemGefolge befanden , entliefs er und sagte ihnen , siesollten ihm wegen seiner That nur Dank wifsen, tveilsie ihre Freyheit dadurch erlangten; aber alle Fremdeund Knechte machte er wie Kriegsgefangene zu Skla-ven. Polykrates erfüllte, indem er am Kreutzehieng, das ganze Gesicht seiner Tochter; denn erward von dem Himmel gebadet, wenn es regnete,und von der Sonne gesalbt, indem sein Körper Feuch-tigkeit aushauchte. Auf solche Weise nahm dasGlück des Polykrates ein Ende, wie es ihm Amasis,der König von Aegypten, vorhergesagt hatte.

Nicht lange nachher traf den Orötes die PiacheinGwegen der Ermordung dieses Mannes. . Denn nachdem Tode des Kambyses und der Herrschaft der Ma-