Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
370
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57°

So wie man in Hellas die Schönste Mischung derioGJahreszeiten findet, so scheinen die äußersten Gren-zen der bewohnten Erde die herrlichsten Geschenkevon der Natur erhalten zu haben. Das äufserste be-wohnte Land gegen Osten ist, wie ich eben erstgesagt habe, Indien. Dort findet man alle vierfüfsi-gen Thiere , und alle Vögel weit grofser, wie in an-dern Ländern, und aufseidem eine unendliche MengeGoldes, welches theils von den Flüssen herbeyge-wälzt, theils auf die vorhin beschriebene Weise ge-raubt wird. Wildwachsende Bäume tragen dort alsFrucht eine Wolle, die an Schönheit und Güte dieSchaafwolle übertrifft. Gegen Mitlag ist Arabien^das äufserste bewohnte Land, und dort allein wächstder Weyhrauch, die Myrrhe, die Kasia, der Zim-met und der Ladanon. Doch werden auch alle dieseFrüchte , die Myrrhe allein ausgenommen , nur mitgrofser Mühe von den Arabiern gewonnen. So mülsensie unter den Bäumen, von denen sie den Weyhrauchsammlen , von solchem Storax verbrennen , wie ihndie Phönicier nach Hellas ausführen , weil alle dieseBäume, die den Weyhrauch tragen, von einer un-endlichen Menge kleiner, bunter, geflügelter Schlan-gen wimmeln und bewohnt werden. Es sind dies dienämlichen Schlangen, die auch nach Aegypten ziehen,und sie können durch nichts vertrieben werden, alsdurch den Rauch des Storax.

Die Araber erzählen , die ganze Erde würde vomo8diesen Schlangen erfüllt werden, wenn sie nicht dasnämliche Schicksal träfe, welches, wie ich schon