§54
„Wohlfahrt und das Leben der besten Bürger, und„hat seine Lust an den Schlechtesten. Niemand ist„geneigter, wie er, Verläumdungen Gehör zu geben.„Nie kann man ihm etwas zu Dank machen. Ist man„mäfsig mit seinem Lobe, so beklagte er sich, dafs„man nicht, aufmerksam genug gegen ihn sey; und re-dest du ihm wieder alles su Gefallen, dann schilt er„dich einen Schmeichler. Doch das ärgste will ich„jetzt aussprechen: Er erschüttert die väterlichen Ge-„setze, er schändet die Weiber, er mordet ohne Un-terschied. Ein herrschendes Volk hingegen besitzt„erstlich dies herrliche Wort: Gleichheit der Rechte„für alle; und thut, zweytens, nichts vor allem dem,„was ein Alleinherrscher thut. Seine Magistratsper-„sonen, die der Verantwortung unterworfen sind, er-„hält es durch das Loos, und jeder Endschlufs wird„gemeinschaftlich gefafst. Deswegen bin ich der Mei-nung, dafs wir die Alleinherrschaft fahren lassen,„und dem Volke die Staatsverwaltung übertragen müs-„sen. Denn in der Menge liegt alles."
So erklärte sich Otanes. Aber Megabyzus ver- ßilangte, man sollte eine Oligarchie einführen, undsprach: „Alles, was Otanes wider die Alleinherr-„schaft vorgebracht hat, will ich auch gesagt haben;„aber wenn er die höchste Gewalt dem Volke über-tragen will, dann hat er sich sehr von der besten„Meinung entfernt. Denn nichts ist vernunflloser und„übermülhiger, als der unnütze Pöbel, und es ist un-erträglich, wenn Männer, die die Wuth eines Ty-rannen fliehen, sich unter die Wuth der zügellosen