Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

54i

um den Smerdis umzubringen, und lebte, nachdemdiese schreckliche That vollbracht war, ohne Sor-,,gen, weil es mir gar nicht in den Sinn kam, dafssich noch irgend ein andrer Mensch wider mich em-pören würde, nachdem Smerdis einmal umgebrachtwäre. Aber ich habe mich in meiner Meynung vonallem, was geschehen sollte, betrogen, bin ohneNoth ein Brudermörder geworden, und nichts desto-vveniger wird mir die Königswürde geraubt. DennSmerdis der Mager, war es, von dem mir der Gott imTraume verkündigte, dafs er sich gegen mich aufleh-nen würde. Aber die That ist geschehen, und glaubtnicht , dafs Smerdis , der Sohn des Cyrus , nocham Leben sey, sondern der Mager, den ich alsVerwalter in meinem Hause zurückliefs, und seinBruder Smerdis haben die königliche Gewalt an sichgerissen, und derjenige , der diese mir von denMagern zugefügte Schmach vorzüglich hätte rächensollen, ist unschuldig durch die Hände seiner näch-sten Verwandten auf eine schreckliche Weise um dasLehen gekommen. Doch da dieser nicht mehr ist,seyd ihr mir unter allen Persern die nächsten; denenich auftragen kann, was ich verlange, dafs nachmeinem Tode geschehen soll. Und ich befehle euchund rufe die königlichen Götter dabey als Zeugenan. Ihr Perser alle und vor allen andern ihr hier ge-genwärtigen Achaimeniden , nicht zu dulden , dafsdie Herrschaft wieder in die Hände der Meder über-sehe, sondern sie ihnen, wenn sie dieselbe'durchList, oder wenn sie sie durch Gewalt erhielten,