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lebendige Kuh. Sie wird jährlich einmal und das zuder nämlichen Zeit, wann die Aegypter sich einesGottes wegen schlagen, den ich bey dieser Gelegen-heit nicht nennen darf, an das Tageslicht gebracht;denn man sagt, sie hätte sterbend ihren Vater Myke-rinus gebeten, er möchte sie doch jährlich einmal dieSonne sehen lassen.] 35 Nach dem Tode der Tochter traf diesen Könignoch dies andre Unglück, dafs ihm ein Orakel von I5u-tu* verkündigte, er würde nur noch sechs Jahre lebenund im siebenten sterben. Weil ihm dies sehr hartschien, schickte er von neuem eine Gesandtschaft andas Orakel, um dem Gotte Vorwürfe zu machen undihm vorzustellen, dafs sein Vater und Oheim, die dieTempel verschlossen und, ohne sich im Mindesten umdie Götter zu bekümmern, das Volk in das äufsersteElend gestürzt hätten, dennoch lange am Leben ge-hlieben wären, und nun sollte er, der so milde ge-herrscht hätte, so frühe sterben. Darauf erhielt er.eine zweyte Antwort von dem Orakel, die ihm ver-kündigte, dafs grade dies die Ursache seines frühenHrnsterbens wäre; denn er hätte nicht gethan, was erhätte thun sollen. Aegypten müfste hundert und fünf-zig Jahre lang geplagt werden; dies hätten seine bey-den Vorgänger gewufst, er aber nicht. Als Mykerinusdies hörte, und seine Lebenszeit festgesetzt sah, liefser eine »Menge Lampen verfertigen, und diese jedes-mal beym Einbruch der Nacht anzünden. Dann lienger an zu trinken, sich dem Wohlleben zu überlassen,und dies bey Tag und bey Nacht fortzusetzen. Er