Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
248
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die gewesen -wäre, dafs er seinem Bruder, der sichin der Königlichen Schatzkammer in einer Falle gefan-gen gehabt hätte, den Kopf abgeschnitten, und dieklügste, dafs er die Wachen betrunken gemacht, unddann den aufgehangenen Leichnam jenes Bruders her-unter genommen hätte. Als das Mädchen dies hörte,griff sie nach ihm, er aber reichte ihr in der Dunkel-heit die Hand des Todten hin, und indem sie diesein der Meinung, dafs es die seinige wäre, ergriff,liefs sie ihn los, und er entfloh durch die Thüre.

Da auch dies dem Könige gemeldet ward, erstaunteer über die Gewandtheit und Kühnheit dieses Men-schen, und schickte am Ende Herolde in alle Städte,und liefs dem Thäter Sicherheit und grofse Belohnun-gen versprechen, wenn er sich ihm stellte. Der Diebtraute der Zusage und erschien, und voller Bewun-derung gab Rhampsinitus ihm als dem klügsten Men-schen, den er kannte, jene Tochter zur Ehe: Denn,sagte er, so wie die Aegypter sich vor allen übrigenMenschen durch ihre Klugheit auszeichneten, sozeichne er sich noch vor allen Aegyptern aus.

Von diesem nämlichen Könige erzählten mir diei22Priester nachher, dafs er dahin hinabgestiegen wäre,was die Hellenen für den Hades halten, und dortmit der Demeter gewürfelt hätte. Dabey hätte daseine Mal er, das andre Mal sie gewonnen, und sosey er mit einem goldenen Handtuche von ihr be-schenkt, wieder hinauf gekommen. Die Zeit, dieer unten zubrachte, bis er wieder hinauf kam, wird,wie mir die Priester erzählten, noch in Aegypten ge-