Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
247
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Wein ganz betrunken, der Schlaf überwältigte sie,so dafs sie an dem Orte selbst, wo sie gezecht hatten,einschliefen, und da es indessen Nacht geworden war,nahm er den Leichnam seines Bruders herab, undschor zum Schimpf ]edem Mann von der Wache denBart von der rechten Backe. Dann lud er den Körperauf seine Esel, und trieb sie, da er so den Auftragseiner Mutter vollführt hatte, wieder nach Hause.

Als es dem Könige gemeldet ward, dafs der Diebauch den Leichnam gestohlen hätte, ward er schreck-lich zornig, und weil er nun den Thäter durchauskennen lernen wollte, soll er etwas gethan haben,was ich unmöglich glauben kann. Er soll nämlichseine eigne Tochter in ein bestimmtes Haus geschickthaben, mit dem Auftrage, dafs sie sich mit einemjeden, der ihr vorkommen würde, einlassen sollte.Bevor sie sich aber irgend jemand preifs gäbe, solltesie ihn zwingen, die klügste -und die schändlichsteThat zu bekennen, die er je in seinem Leben verübthätte. Käme dann einer, der die Geschichte von demDiebstahle erzählte, so sollte sie ihn greifen, undihn nicht wieder hinaus lassen.

Als die Tochter that, wie der Vater ihr befohlenhatte, suchte der Dieb, so .bald er hörte, warumdies alles veranstaltet, wäre, den König auch diesmalzu überlisten. Er schnitt den Arm von dem eben be-sagten Leichnam in der Schulter ab , nahm ihn unterden Mantel, und gierig zu der Königstochter hin. Undals sie ihm die nämlichen Fragen, wie den übrigenthat, erzählte er ihr, wie seine abscheulichste That