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Bey den Gastmahlen der Reichen, trügt immer 78jemand ein ungefähr ein oder zwey Ellen hohes, höl-zernes Geribbe , welches durch künstliche Nachbildungso tauschend wie möglich gemacht ist, umher, zeigtes jedem Gaste und ruft ihm zu: dies sieh an undtrinke und freue dich, denn, wenn du stirbst, dannwirst du diesem ähnlich.
Sie behalten ihre väterlichen Lieder bey, und neh- 79nien keine neue auf. Unter ihren merkwürdigen Ge-sängen ist auch einer, der in Phönicien, Cypem undandern Orten ebenfalls, und nur unter andern Benen-nungen üblich ist. Es ist der nämliche, den die Hel-lenen unter dem Namen Linus singen, und bey denAegyptern, die so viel wunderbares an sich tragen, istauch dies eine seltsame Erscheinung, wie sie zu die-sem Gesänge gekommen sind. Sie scheinen ihn seitjeher gesungen zu haben, und nennen den Linus, Ma-nerus. Dies soll nach ihnen der Namen des eingebohr-nen Sohnes des ersten Königs von Aegypten gewesenseyn, der wegen seines frühzeitigen Todes von denAegyptern durch diese Klagelieder geehrt ward, unddieser Gesang, behaupten sie, sey ihr erster und einzi-ger gewesen.
Durch folgende Sitte gleichen die Aegypter unter 80den Hellenen blofs den Lacedämoniern. Begegnen näm-lich junge Leute Männern von höherem Alter auf derStrafse, so weichen sie ihnen vollkommen aus, undstehen auch von ihren Sitzen auf, wenn sie sich ihnennähern. Aber ihr gegenseitiges Verbeugen auf denStrafsen, statt des mündlichen Grufses, wobey die