Ißt
wäre, dann würde die Sonne gewifs den Winter und
Nord von der Mitte des Himmels fliehen, und in die
obern Theile von Europa kommen, so wie sie jetzt
-nach. Ober-Libyen gebt. Und durchwanderte sie auf
diese Weise ganz Europa, so zweifele ich nicht, dafs
sie am Isterstrom dieselben Wirkungen zeigen würde,
£7 die sie nun am Nil zeigt. - Was den Umstand he-
trifft, dafs der Nil keine Dünste aushaucht, glaube
ich, dafs überhaupt nur, die kälteren Gegenden und
niemals die sehr heifsen solche von sich geben. —
ß8 Doch dies alles mag so bleiben, wie es jetzt ist, und
und wie es seit jeher war.
Keiner von allen Aegyptern, Libyern und Helle-nen, die ich gesprochen habe, haben mir über dieQuellen des Nils Nachricht gehen können, ausgenom-men der Geheimschreiber bey dem Tempelschatz; derAthene zu Sais in Aegypten, und der hat mich, glaubeich, nur zum besten gehabt, als er behauptete, erhätte gewifse Kundschaft davon. Er sagte, es lägen2Wey spitze Berge zwischen den Städten Siene inThebais und Elephantine, wovon der eine Krophi,der andre Mophi tiefe, und dort entsprängen dieQuellen des Nils aus Untiefen mitten zwischen denGebirgen. Die eine Hälfte des Wassers flöfee «*chAegypten und den Nordwind hin, die andre Aetno-pien und dem Südwinde zu. Dafs diese Quellen Un-tiefen wären, hätte der König Tsammetichus bey einerUntersuchung derselben gefunden, da er ein langesaneinandergeknüpftes Seil dort hinab gelassen, unddoch keinen Grund gefunden hätte. Sollte dieser