Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
156
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uns drey Tagereisen weit in unser Land zurückziehen;indessen kannst du mit deinem Heere bey Tage her-übeikominen, oder willst du uns lieber in deinem Landeerwarten, so ihue du das nämliche, und wir wollenhinüberkommen."

Als Cyrus dies vernahm, berief er die vornehmstenPerser zusammen, stellte ihnen die Sache vor, und fragtesie um ihre Meinung. Hier stimmte man allgemein da-hin, dafs man die Toinyris und ihr Heer im Landeerwarten müfste, und nur Krösus, der Lyder, der grade207gegenwärtig war, tadelte diesen Vorschlag und drangdaiauf, dafs man einen völlig entgegen gesetzten Planbefolgen sollte.König, sprach er, schon in jenen Zei-ten, als die Götter mich in deine Hände gaben, habeich dir gesagt, dafs ich jedes Unglück, welches deinHaus treffen könnte, nach Vermögen abwenden wollte,denn mein widriges Geschick ist mir eine Quelle derWeisheit geworden. Wenn du dir ein Unsterblicherzu seyn dünkst, und ein unsterbliches Heer anzufülm nglaubst, so kann dir mein Ilath nichts frommen. Aberweifst du, dafs du ein Mensch bist und nur überMenschen herrschest, so erwäge auch, dafs sich derSterblichen Schicksal ewig im Kreise umherwälzt undnicht gestattet, dafs derselbe Mensch daurend glück-lich sey. Demnach sehe ich die gegenwärtige Sacheganz anders an, wie jene. Denn wollen wir die Fein-de in unserm Lande erwarten, so läufst du offenbar,im Falle du besiegt würdest, Gefahr dein ganzes Reichzu verlieren, weil die Massageten, wenn sie siegen,gewifs nicht die Flucht ergreifen, sondern gegen deine