„uns drey Tagereisen weit in unser Land zurückziehen;„indessen kannst du mit deinem Heere bey Tage her-„übeikominen, oder willst du uns lieber in deinem Lande„erwarten, so ihue du das nämliche, und wir wollen„hinüberkommen."
Als Cyrus dies vernahm, berief er die vornehmstenPerser zusammen, stellte ihnen die Sache vor, und fragtesie um ihre Meinung. Hier stimmte man allgemein da-hin, dafs man die Toinyris und ihr Heer im Landeerwarten müfste, und nur Krösus, der Lyder, der grade207gegenwärtig war, tadelte diesen Vorschlag und drangdaiauf, dafs man einen völlig entgegen gesetzten Planbefolgen sollte. „König, sprach er, schon in jenen Zei-„ten, als die Götter mich in deine Hände gaben, habe„ich dir gesagt, dafs ich jedes Unglück, welches dein„Haus treffen könnte, nach Vermögen abwenden wollte,„denn mein widriges Geschick ist mir eine Quelle der„Weisheit geworden. Wenn du dir ein Unsterblicher„zu seyn dünkst, und ein unsterbliches Heer anzufülm n„glaubst, so kann dir mein Ilath nichts frommen. Aber„weifst du, dafs du ein Mensch bist und nur über„Menschen herrschest, so erwäge auch, dafs sich der„Sterblichen Schicksal ewig im Kreise umherwälzt und„nicht gestattet, dafs derselbe Mensch daurend glück-lich sey. Demnach sehe ich die gegenwärtige Sache„ganz anders an, wie jene. Denn wollen wir die Fein-„de in unserm Lande erwarten, so läufst du offenbar,„im Falle du besiegt würdest, Gefahr dein ganzes Reich„zu verlieren, weil die Massageten, wenn sie siegen,„gewifs nicht die Flucht ergreifen, sondern gegen deine