Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
111
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Dreyzehntes Kapitel.

^lOobald die Ioner und Aeoler in Asien, die Lyder vonden Persern unterjocht sahen, schickten sie Gesandtean den Cyrus nach Sardis, und liefsen ihm ihre Unter-werfung auf die nämliche Bedingungen anbieten, aufwelche sie vorher dem Krösus unterlhan gewesen wa-ren. Cyrus hörte an, w T as sie vorzubringen hatten,und erzählte ihnen dann als Antwort folgendes Mähr-chen. Ein Mann sah Fische im Meere, und fing anauf der Flöte zu spielen, in der Erwartung, dafs dieFische auf das Land springen würden. Da er sichaber in seiner Hofnung getäuscht fand, warf er einNetz aus, fieng eine Menge davon, und zog sie ansLand. Hier sprangen sie nun;- aber er rief ihnen zu:Habt ihr bey meinem Flötenspiele nicht aus dem Was-ser springen wollen, so braucht ihr nun auch nicht zutanzen.

Cyrus erzählte den Ionern und Aeolem dies Mähr-chen, weil sie ihm in früheren Tagen, da er sie durchGesandte zu einer Empörung wider den Krösus bere-den wollen, kein Gehör gegeben hatten, und nun erstkamen, um sich ihm zu unterwerfen, da die Sachenschon zu ihrer gegenwärtigen Lage gediehen waren.Voller Unwillen gab er ihnen also diese Antwort, unddie Abgeordneten kehrten alsbald zurück, und brachtensie ihren Städten. Diese befestigten sich darauf alle