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1 (1799)
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105
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ZwöTftes Kapitel.

»3 1 -folgendes ist mir von den Sitten der Perser bekanntgeworden. Bildsäulen, Tempel und Altäre sind un-ter ihnen nicht gebräuchlich. Ja, sie strafen sogar die-jenigen, die solche errichten, und das zwar, wie ichglaube, weil sie sich die Götter nicht, wie die Helle-nen, unter menschlichen Gestalten vorstellen. DemDis pflegen sie auf den Gipfeln der höchsten Gebürgezu opfern, und den weiten Umkreis des Himmels be-legen sie mit diesem Namen. Sie bringen ihre Opferder Sonne, dem Monde, dem Feuer, dem Wasser undden Winden; wenigstens opferten sie anfänglich nurdiesen. In der Folge lernten sie von den Assyrernund Arabern auch der Urania zu opfern, die sie Mytranennen. Die Assyrer heifsen sie Mylitta, und die Ara-ber Alitta.

152 Wenn sie den ebengenannten Gottheiten opfern,beobachten sie folgende Gebräuche. Sie bedienen sichdazu weder der Altäre, noch des Feuers, und eben sowenig der Libationen, Flöten, Opferbinden und Ger-stenkörner, sondern wenn sie einem von ihnen opfernwollen, fahren sie das Opferthier auf einen reinenOrt, Umkränzen ihre Thiere gewöhnlich mit Myrrhen-zweigen, und rufen den Gott an. Dabey darf derOpfrer nie etwas Gutes für sich allein bitten; sonderner bittet für alle l'erser, und für den König; denn un-