Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
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Befehl, ohne etwas gegen dich zu versehen, voll-ziehen könnte, und doch weder an dir, noch an dei-ner Tochter zum Morder des Kindes würde. Deswe-gen liefs ich diesen Rinderhirten holen, und übergabihm den Knaben, mit dem Bedeuten, dafs du seinenTod befohlen hättest, und darin log ich nicht, weildu mir den Auftrag dazu gegeben hattest. Ich befahlihm, dafs er ihn in ein ödes Gebürge tragen, und ihnbewachen sollte, bis er stürbe, und fügte die entsetz-lichsten Drohungen hinzu, wenn er dem Befehle nichtnachkommen sollte. Er that alles, wie ich es ihmsagte, und nachdem das Kind gestorben war; schickteich meine treusten Verschnittenen zur Besichtigunghin, und liefs es begraben. So ist der Verlauf derSache, und so ist der Knabe ums Leben gekommen."

Harpagus sagte die Wahrheit, und der König ver-118steckte seinen Ingrimm, wegen des Geschehenen. Erwiederholte nur dem Harpagus die Geschichte, wie ersie vom Rinderhirten erfahren hatte, und sagte ihm,wie er sich freute, dafs es so gekommen wäre, da derKnabe noch lebte.Denn mein Verfahren gegen ihn,"fuhr er fort,und die Vorwürfe meiner Tochter des-wegen, haben mich tief geschmerzt. Und da dasSchicksal der Sache nun diese glückliche Wendunggegeben hat, so schicke deinen Sohn gleich zu demneuen Ankömmling, und komm selbst heute zu mei-nem Gastmale. Denn ich will den Göttern, denendie Ehre deswegen gebührt, ein Dankopfer wegender Erhaltung des Kindes bringen.

Als Harpagus dies hörte, warf er sich voller Freude,! 19