Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
76
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Krösus, der, sobald er sie in Händen hatte, den Men-schen, der ihm entgegen gewesen war, zu Tode fol-tern liefs, und sein Vermögen, welches er zuvor schonden Göttern gelobt hatte, in die vorgenannte Tempelweyhte.

Lydien zählt aufser dem Sande, der von dem Tmo- 95lus herabgewälzt wird, wenige des Aufzeichnens wer-the Dinge, wie andre Länder dergleichen besitzen.Nur ein einziges Werk zeichnet sich durch seineGröfse aus, und wird nur von den Babylonischen undAegyptischen Wunderwerken übertreffen. Dies istdas Grabmal des Alyattes, des Vaters des Krösus.Seine Grundlage besieht aus grofsen Steinen, das übri-ge ist aufgeschüttete Erde. Krämer, Handwerker undfeile Mädchen haben es errichtet. Auf der Höhe des-selben befanden sich noch zu meiner Zeit fünf Grenz-steine, in die eingegraben war, was jede von diesenMenschenklassen daran gearbeitet hätte, und beymAusmessen ergab es sich, dafs die Mädchen das mei-ste daran gethan hatten. Denn alle Töchter der Ly-der treiben bis zu ihrer Verheyrathung Hurerey, undsammeln sich auf diese Weise ihre Mitgift. DasGrabmal hat einen Umfang von sechs Stadien, und zvveyriethren. Die Breite beträgt dreyzehn Plethren. Esstufst an ein Wasser, welches der Gygadische See heifst,und wie die Lyder versichern, nie austrocknen soll.

Die Lyder stimmen in ihren Sitten mit den Ilel- 94lenen beynahe überein ; ausgenommen darin, dafs sieihre weiblichen Kinder Hurerey treiben lassen. Sie