75
Achtes Kapitel.
92 öo weit die GescLiclite des Krösus und der ertse»Unterjochuug Ioniens.
Aulser den Weyhgeschenken, die ich schon aufge-zählt habe, schickte Krösus noch viele andre in dieTempel nach Hellas. Zu Theben, im Eöoterlande, be-findet sich ein Dreyfufs, den er dem Ismenischen Apol-lon weyhte, und zu Ephesus rühren die goldenenStiere und viele Säulen, so wie auch ein grofser gol-dener Spiefs im Vorplatz des Tempels zu Delphi vonihm her. Diese Opfer waren zu meiner Zeit nochgröfstentheils vorhanden und nur wenige hatten sichverloren. Die Geschenke dieses Königs zu Branchisim Milesischen Gebiete sollen, wie man mir sagte, de-nen in Delphi an Gewicht und Gestalt gleich seyn.Alles, was er nach Delphi oder nach dem Tempel desAmphiaraus sandte, flofs zum Theil aus seinem eignenSchatze, zum Theil waren es die Erstlinge von seines
Vaters Nachlassenschaft. Die übrigen Geschenke be-
*standen aus dem Vermögen eines Feindes, der ,ihm
vor seiner Thronbesteigung entgegengearbeitet hatte,um dem Pantaleon die Königswürde zuzuwenden. Die-ser Pantaleon war ein Sohn des Alyattes und Halb-bruder des Krösus. Denn den Krösus hatte Alyattesmit einer Karierin und den l'antaleon mit einer Ione-rinn gezeugt, Aber die Herrschaft übergab er dem