Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
70
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7°

möchte. So hätte er weinend den Gott angerufen, undplötzlich halte sich aus der ruhigen Heiire des Him-mels eine Wolke gesammelt, ein Sturm hätte sich erho-hen und mit dem heftigsten . Regen die Flamme ge-löscht. Auf diese Weise hatte Cyrus erfahren, dafsKrösus ein vortrefflicher, von den Göttern geliehter,Mann wäre. Er liefs ihn nun vom Scheiterhaufen her-untersteigen, und that dann diese Frage an ihn : ,,Sage,,mir, Krösus, wer unter den Menschen hat dich dazuvermocht, in mein Land einzufallen, und statt mei-nes Freundes, mein Feind zm werden ?" Krösus ant-wortete; ,,König! Dazu hat. mich dein Glück ge-bracht und mein Unglück. Der Gott der Hellenen,,/ler mich zum Kriege wider dich aufmunterte, ist,,Schuld daran. Denn niemand ist wohl so unverstän-dig, dafs er den Krieg dem Frieden vorziehen sollte,da in diesem die Söhne ihre Väter, in jenem die-ter ihre Söhne begraben. Doch den Göttern hat es,,also gefallen/'

Dies war seine Antwort. Cyrus setzte ihn nun in 88Freyheil, liefs ihn neben sich sitzen, und hewiefs ihmviele Achtung. Ihn sowohl wie alle Umherstehendenerfüllte der Anblick des gefangenen Königs mit Stau»nen. Krösus blieb indessen nachdenkend und ruhig,Aher, da er sich nach einiger Zeit einmal umwandte,und sah, wie die Perser die Stadt der L'yder zerstör-ten, sagte er;Mufs ich nun sagen, König, was ichetwa vortheilhaft für dich glauhe, oder mufs ich es,,in dieser Zeit verschweigen?'^ Cyrus erwiderte, ermöchte nur Muth fassen, und reden, was er wollte.