Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
60
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ner Ankunft in Sardis Herolde an seine Bundsgenos-sen ab, und liefs ihnen sagen, dafs sie sich nach fünfMonaten bey Sardis versammlen sollten. Das jetztvoihandne Heer, welches gegen die Terser gefochtenhatte, und aus Söldnern bestand, entliefs er indessenganz, und erlaubte ihm, sich zu zerstreuen, weil esihm gar nicht in den Sinn kam, dafs Cyrus den Kampfvielleicht noch fortzusetzen gedächte, und Sardis schonso nahe gerückt wäre.

Wahrend Krösus dies betrieb, füllte sich die ganze 78Gegend vor der Stadt mit Schlangen an, und diePferde verliefsen ihre Weiden, und frafsen sie auf, wosie sich zeigten. Da der König dies sah, hielt er es,wie es dies in der That auch war, für eine Vorbedeu-tung, und schickte Boten an die Telmessischen Zei-chendeuter, um sich dort Raths zu erholen. Diese Ge-sandtschaft langte auch bey den Tehnessern an, underfuhr von ihnen, was die Erscheinung bedeutete; aberdem Krösus' war ihr Ausspruch nicht mehr zeitig ge-nug gemeldet, denn er ward gefangen genommen, ehesie noch nach Sardis zurückgeschafft waren. Die Tel-messer antworteten: Krösus müfste den nahen Einfalleines feindlichen Heeres erwarten, welches bey seinerAnkunft die Landeseinwohner unterjochen würde;denn die Schlange wäre ein Sohn der Erde, und dasl'ferd kriegerisch und fremder Abkunft. Sie gabendiese Antwort, als Krösus schon gefangen genommenwar, ohne dafs sie doch irgend etwas von dem Zu-stande, in welchem er und Sardis sich damals befan-den, gewufst hatten.