selben, von da, wo es aufgehangen war, auf seinen >55 Solin herabfallen möchte, — Doch eben vor der "Ver-mählung des Atys kam ein Mann nach Sardis, den einwidriges Schicksal umhertrieb-; er war ein l'hryger vonGeburt, aus dem Königlichen Geschlechte, und hatteeine Blutschuld auf sich geladen. Dieser trat in dieWohnung des Krösus und begehrte, nach der Sitte desLandes gereinigt zu werden. Krösus reinigte ihn, undnachdem er alle dazu erforderliche Gebräuche, die beyden Lydern beynahe dieselben, wie bey den Hellenen,sind, vollbracht hatte, fragte er ibn, wer er wäre, undwoher er käme, indem er also sprach: „Wer bist du,,,Mensch, und von wannen aus Phrygien kommst du,„um dich auf meinen Heerd zu flüchten? welchen„Mann oder welches Weib hast-du getödtet?" Undjener antwortete ihm: „König' ich bin ein Sohn des„Gordies und ein Enkel des Midas; man nennt mich„Adrast, und nun komme ich, vertrieben von meinem,,Vater, und von allem beraubt, zu dir, weil ich meinen„Bruder unvorsätzlich getödtet habe." Krösus antwor-tete ihm: „So bist du ein Abkomme von befreunde-ten Menschen und kommst zu Freunden. Du sollst„bey mir bleiben, und in keiner Rücksicht Mangel lei-nden. Je leichter du also dein Unglück trägst, desto„mehr wirst du dabey gewinnen." Und Adrast bliebund wohnte im Hause des Krösus.36 Zu derselben Zeit beunruhigte ein grofser Eber
den Mysischen Olymp, indem er immer aus jenen Ge-borgen hervorbrach, und die Feldarbeiten der Myserzerstörte, Die Myser zogen häufig gegen ihn aus,