«„widriges von m ^ r zu begehren." Durch diese Wortesuchte er das Ansuchen von sich abzulehnen, ausFurcht, dafs ihm etwas schlimmes darüber begegnenmöchte. Der König aber antwortete: „Fasse Muth,,>Gyges, und fürchte nicht, dafs ich dich etwa durch,,diese Rede versuchen wollte, noch dafs meine Gat-,,tin dich ins Unglück stürzen könnte. Denn ich will„es schon so einrichten, dafs sie es nicht erfahren soll,,,dafs du sie gesehen hast. Ich will dich in der Woh-nun", worin wir schlafen, hinter die geöffnete Thüre„stellen. Bin ich dann hineingegangen, so wird auch„mein Weib ins Schlafgeinach kommen. Sie wird je„des Kleidungsstück, so wie sie es auszieht, auf einen„Sessel legen, der dicht am Eingange steht, und dann„kannst du sie in aller Ruhe beschauen. Geht sie„aber vom Sessel weg nach dem Lager hin und kehrt„dir den Rücken au, so müfst du dich nur in acht„nehmen, dafs sie dich nicht zur Thüre hinaus gehen10 „sieht." Da Gyges sah, dafs er ihm nicht ausweichenkonnte, zeigte er sich willig, und sobald die Zeit derRuhe gekommen war, führte ihn Kandaules in dieWohnung, und gleich darauf fand sich auch das Weib, ein. Gyges sah sie hereinkommen und die Kleider ab-legen. Wie sie ihm aber, indem sie das Lager bestieg,den Rücken zuwandte, schlich er sich gebückt hin-weg; und das Weib sah ihn, indem er hinaus gieng.Nachdem sie hierauf den Vorgang von ihrem Manneerfahren hatte, liefs sie nicht den mindesten Unwillenüber diese Beschimpfung laut werden, und stellte sich,als ob sie von der ganzen Sache kaum etwas verstände.
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