liebt, und eben weil er sie so ganz ausserordentlich,liebte, glaubte er auch, dafs er bei weitem das schön-ste aller Weiber besäfse. Dies bewog ihn dem Gyges,dem Sohne des Daskylus, einem Manne von seinerLeibwache, den er vorzüglich werth hielt, und dem erdie wichtigsten Staatssachen anvertraute, auch die Ge-stalt seines Weihes übermäfsig anzupreisen, und daeinmal' ein böses Schicksal über ihn verhängt war, sowählte es nicht lange bis er ihm sagte: „Gyges, ich„denke, du glaubst mir nidht, wenn ich dir von der„Gestalt dieses Weibes erzähle; denn die Menschen•„trauen den Ohren stets weniger, als den Augen ; ma-nche, dafs du sie nackt sehest." Aber erschrockenrief Gyges aus : „Herr, welche thörichte Worte redest„du, wenn du mir befiehlst, meine Gebieterinn nackt„iu schauen? Zugleich mit seinem Gewände legt ein„Weih auch seine Schaam ab und zu den weisen Leh-„ren unsrer Vorfahren, auf die wir achten sollen, ge-„hört auch die, dafs ein jeder nur das seine betrachten„möge. Ich bin überzeugt, dais sie das schönste Weil)„auf Erden ist, und darum bitte ich dich, nichts pflicht-'
Agron dies Land beherrschten, stammten von des AtysSohne, Lydas ab, nach welchem dies ganze Volk, dasvorher Meer hiefs, Lyder genannt wurde. Von dieseneihielten die fleraklideh, die Herakles mit einer Sklavindes Jardanus gezeugt hatte, und von ihnen erzogen wor-den waren, zufolge eines Götterspruches die Herrschaft,und regierten zwey und zwanzig Menschenalter hindurch,fünf hundert und fünf Jahre lang, indem sicli die Würdevon Vater auf Sohn forterbte, bis auf den Kandaules, denSohn des Myrsus.