411so deutlich bemerke, daß die Verwirruugen undLeiden der Vorwelt immer die Stufen waren,auf welchen früher oder später die Nachwelt zurhöheren Vollkommenheit emporstieg. Wann dieZeit kommen werde, worinn auch die Ausschweifun-gen des gegenwärtigen Zeitalters, das Glück derkommenden vermehren, das ist mir freylich ver-borgen. Aber genug daß sie kommt, so gewißder Ewige lebt, so gewiß er Wahrheit, Ord-nung und Vollkommenheit liebt und in seinemunermeßlichen Reiche will und befördert. IhreAnkunft, so viel ich kann, zu beschleunigenund dadurch das Elend meiner Brüder zu mil-dern, das ist jezt meine und jedes RedlichenPflicht, die uns um so viel heiliger seyn muß,je mannichfaltiger und größer die Gefahren sind,womit Unglaube und Laster vor unseren Augendie Welt und Nachwelt bedrohen.Wenn die böse Zeit den edlen christlichen Wei-sen gleich nicht erschrecken, betäuben, verwirren,erbittern und muthloß machen kann, so ist erdeßwegen in derselben doch voll in-nigen Gefühls, voll warmer, herz-licher Theilnehmug an dem Glückeoder Elende ſeiner Brüder. O! wiewahr ist nicht das Wohlwollen, wie feurig dieLiebe, womit er sie alle umfaßt! Sie, die ermit sich in einer so nahen Verbindung und Ge-mein-
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