405auch bald nachher fast alle Stände der menschli-chen und bürgerlichen Gesellschaft vergiftet, undmit Thorheit und Laster erfüllt hat; diese Staats-kunst, diese unsittlichen Grundsätze, dieser ent-schiedene Unglaube an allem was gut, und ehr-würdig und groß ist; diese tiefe Herabwürdigungder edlen menſchlichen Beſtimmung und Würde;konnten ihrer Natur nach keine anderen Früchte, alsFrüchte des Lasters und des mannichfaltigstenElendes erzeugen. Nur dann, wenn sie dasnicht gethan hätten; wenn dadurch die Tugendund Wohlfarth der Menschen und Völker weni-ger erschüttert worden wäre, und weniger Elendallenthalben sich zeigte, nur dann würde er ver-wirrt seyn und staunen. Verwirrt seyn über dasAusbleiben der Wirkungen, bey so allgemein undtief wirkenden Ursachen; staunen über die Größeund Stärke der menschlichen Natur, welche, überalle ihr drohende Gefahren erhaben, auch unterden mannichfaltigsten Anstalten zu ihrem Ver-derben, nie unter denselben erliegt, nie etwas vonihrer Güte und Würde verliert.So wenig sich der christliche Weise durch dieböße Zeit erschrecken, betäuben, verwirren läßt,eben so wenig erzürnt und ereiferter sich über dieselbe, oder über die Urheberund Verbreiter der Unsittlichkeit und des Lasters.Wenn ihn gleich der edelste Unwille gegen dieseundC13
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3 (1800)
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