geblasen und stolz sich über alles erhebt, unddoch für die wahre menschliche Würde, und diemenschliche Tugend nichts fühlet; welche überalte Vorurtheile spottet und hohnlacht, aber dieWahrheit nicht sieht oder frech von sich abweist;welche die äußere Ehrbarkeit, Wohlstand undgefällige Sitten, Tugend, und die innere Ver-dorbenheit aller Geſinnungen und Neigungen,Klugheit und Lebensweisheit zu nennen gewohntist; — In jener Ueberverfeinerung der Sinn-lichkeit, die sich allenthalben unter uns durchWeichlichkeit, Ueppigkeit und zügelloſe Aus-schweifungen, durch die weitgehendste Selbst-sucht, durch niedrigen Eigennutz und schmach-volle Habsucht offenbart; die allem widerstrebtund gegen alles sich auflehnt, was nur auf ir-gend eine Weise die Herrschaft der ausgelassen-sten Begierden einschränken kann; in jenem Un-glauben, der ihr durch die schnödeste Verwer-fung der einfachsten und ehrwürdigsten Wahr-heiten der Religion, die menschliche Bestim-mung und Würde vernichtende Grundsätze leiht,und schon frühzeitig alle Gefühle der Unschuldund Tugend in den Herzen vertilgt, indemer alles Heilige und Ehrwürdige mit giftigemSpotte verfolgt, und nur das verderblichsteLaster mit reizenden Farben abmahlt; darinnsehen wir die bittersten Feinde unseres Ge-ſchlech⸗
Druckschrift
3 (1800)
Seite
399
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten