395sinnungen und Grundsäße, mit Weisheit undStandhaftigkeit in ihren Handlungen zeigten.Der Apostel nennet seine Zeit, in Absicht aufSittlichkeit und die daraus entſpringende höhereWohlfarth des menschlichen Geschlechtes mitvollkommnem Rechte, eine böse Zeit. Eswar nehmlich die Zeit, worinn durch den Aber-glauben alle Kenntniß und alle Gefühle von derwahren Würde, und der höheren Vollkommen-heit des Menschen bey dem großen Haufen er-stikt waren, und worinn auf der andern Seiteder Unglaube an die einfachsten und fruchtbar-sten Wahrheiten der Natur und Religion, die-selben Wirkungen unter den höheren und gebil-Die Ausschwei-deteren Ständen hervorbrachte.der verfeinerten,fungen des rohen Lasters, undaber bey dem Mangel oder der Verachtung allergewordenen undbesseren Grundsätze, zügelloßunersättlichen Sinnlichkeit, stürtzten damahlsdie Menschheit in Elend und Schande. Wieman sich nun in eine solche, durch Aberglauben,Unglauben und Unsittlichkeit ausgezeichnete Zeit-ſchicken, und mitten unter allen durch dieſeFeinde der menschlichen Wohlfarth bewirktenVerheerungen, vorsichtig und weise wandelnkönne, das hat dieser große Mann durch seineignes, für uns sehr lehrreiches Beyspiel, ambesten bewiesen. Wir finden nehmlich nicht, daßihn
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3 (1800)
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395
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