380chen Zustande, um ihn fruchtbar zu machen, undzur Reife zu bringen. Was ist uns z. B. na-türlicher, als der Hochmuth, die Ungerechtigkeit-die Unterdrückung, die Tyranney an anderen zuverabscheuen? Und wann sind uns diese Lasterwohl unerträglicher, als wenn wir sie an denenerblicken, die über uns gestellt sind, die Theil anden Regierungen nehmen? Ist nicht eben dieserAnblick die in unserem Zeitalter, auch bey sonstguten Menschen, so häufige Ursache zum Aufruhrund zur Empörung? Sie bilden sich ein, weilsie den Hochmuth an anderen hassen, daß sie selbstan ihrer Stelle bescheiden und demüthig seyn;weil sie Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ge-waltthätigkeit an Fremden verabscheuen, daß sieselbst nie von der Bahn der Gerechtigkeit, undBilligkeit und Menschenliebe abweichen; weil sieTrägheit und gleichgültige Unempfindlichkeit gegenMenschen und Völkerwohl an Personen in höhe-ren Ständen mit gerechter Bitterkeit tadeln, daßsie selbst nie darinn versinken, und an ihrem Pla-tze, mit rastlosem Eifer zum Besten der Mensch-heit geschäftig seyn würden. Und doch ist es sooft nur, der eigne, aber verborgene Hochmuth, dieaber unter den wohlklingendsten Rahmen derMenschenliebe und des Eifers für die allgemeineWohlfarth verborgene Herrschsucht, welche sich hiergegen die Laster, und Frevel von andern empört.Laßt uns billig seyn. Diejenigen, welche an den Re-gie-
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3 (1800)
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