236zu welcher euch so laut das Wohl des Vaterlan-des und unseres ganzen Geschlechtes auffordert?Lasset, das ist die dritte Pflicht, zu derenBeobachtung ich euch heute in ihrem Nahmenermuntere — lasset euer Licht leuchten, zeigeteure bessern Einsichten und Grundsätze, durcheine vorzüglich genaue und redlicheErfüllung der Pflichten und Obliegen-heiten eures Standes und Berufes,Eine Tugend, die fast immer seltener wird! Undvon welcher doch in einem so hohen Grade, dieWohlfarth des Vaterlandes, das Glück derMenſchheit, abhängen! Deren Vernachlaͤßigungso unaussprechlich viel Elend fast allenthalbenverbreitet! Sie stimmt freylich nicht mit demGeiste des gegenwärtigen Zeitalters überein.Leichtsinnige, weichliche, üppige, oder auch nur,nicht ganz gewissenhafte und redliche Menschenkönnen sie nicht üben. Denn sie erfordert Ernst,Geistes und Körperkraft, standhafte Beharrlich-keit, unerschütterliche redliche Treue. Lauter Tü-genden, deren der Leichtfinnige, der Weichling,der Wüstling nicht fähig sind. — Was sollenaber jene in unseren Zeiten so gewöhnliche, soVielen geläufige Worte, Vaterlandsliebe, Men-schenliebe, Liebe der Freyheit und Eifer für öf-fentliche Wohlfarth, bedeuten, wenn man sichdem Vaterlande, der Menſchheit, der Freyheitund Wohlfarth ſeiner Brüder, in dem beſtimm-ten
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3 (1800)
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236
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