231Unmöglich könnet ihr den Gesetzen gehorchenohne Ehrfurcht gegen die Obrigkeit, welche die-selbe verwaltet. Sie sprechen nicht selbst ihreUrtheile aus, sondern reden durch den Mundihrer Diener. Ebendarum sind diese mit vor-züglicher Macht und Ehre bekleidet, um jenenAnsehen und Achtung zu schaffen, um ihre Aus-sprüche geltend zu machen, und dadurch dieFreyheit und Wohlfarth des einzelnen Staats-bürgers, und des ganzen Staates aufrecht zuhalten. Erkennet darinn eine ebenso weise alsgütige Anordnung Gottes, und zeiget euch auchdadurch als vernünftige Menschen und Christes,daß ihr sie als solche verehret. Es ist der Aus-spruch des Christenthums, so wie der gesun-den Vernunft, und der natürlichen Billigkeit,wenn der Apostel sagt: Gebt jedem,was ihr schuldig seyd, Schoß demder Schoß gebühret, Ehre dem dieEhre gebühret, Furcht dem die Furchtgebühret. Es ist ein Grundsatz, auf welchemdie Wohlfarth aller Staaten und jedes einzel-nen Staatsbürgers ruht, wenn er ferner spricht:Jedermann sey Unterthan der Obrig-keit, die Gewalt über ihn hat. Dennes iſt keine Obrigkeit, ohne von Gott;der nehmlich selbst die menschliche Natur undden Zustand der Menschen auf Erden so einge-richtet hat, daß Gesetze und Obrigkeit Ordnungund
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3 (1800)
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