229Obrigkeiten und Gesetze, überhaupt ge-gen eigene vaterländische Verfassung und Sitten.Zeiget euch dadurch über die Unruhestifter undNeuerungssüchtige unserer Zeiten erhaben. Ge-horsam dem Gesetze, Ehrfurcht der Obrigkeit,die das Geſetz verwaltet, das iſt die Ehre undder Ruhm jedes rechtſchaffenen Mannes, Ichbrauche es euch nicht erst zu erweisen, das gera-de ein hoher Vorzug des vernünftigen Menschenmit darinn besteht, gerechte, billige, wohlthätigeGesetze zu kennen, und ihnen aus lebendiger Ue-berzeugung von ihrer inneren Gerechtigkeit undGüte zu gehorchen. Die Gesetze sind die Schutz-wehre der öffentlichen Freyheit und Wohlfarth.Ohne sie herrschen Selbstsucht, Eigenmacht undWillkühr. Ohne sie werden die heiligsten Rechtedes Menschen, persönliche Freyheit, Eigenthum,Sicherheit und Ruhe des Lebens von dem Lasterzertreten. Ohne sie geht jede Art der Zufrieden-heit und des Wohlstandes in der allgemeinenZerrüttung verloren. Und der Grund, der ein-zige feste Grund dieser Schutzwehre eurer Frey-heit, eurer Wohlfarth, eurer heiligsten Rechteund Güter, ruht in euch selbst, in eurer pflicht-mäßigen Gesinnung, in eurem willigen und un-umschränkten Gehorsam. Daran müsse es dannnicht fehlen, wenn man euch glauben soll, daßihr die Würde der Menschheit, und menschlicheFreyheit und Wohlfarth schätzet. Sehet es stetsalsP 3
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3 (1800)
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