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3 (1800)
Seite
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187ſe bin ich, im Grunde, ſelbſt, und ſie tritt nurgar zu leicht mit meinen Lüsten und Leidenschaf-ten, wider jene, in Bündniß. Sie entſchuldigtund vertheidigt dann oft an mir, was sie an-dern mißbilligt und tadelt. Wie könnte ich dannvon ihr allein jene Kraft und Stärke erwarten,deren ich in dem schwersten; hartnäckigsten Streitemit meinen Lüsten bedarf? — Aber wie sehrwird nicht ihre eigene Kraft und Stärke durchdie Religion Jesu Christi erhöhet! Und wie vielfähiger wird sie dadurch mich zu unterstützen imKampfe gegen Sünde und Laster, und mir alleHindernisse auf dem Wege der Tugend überwin-den zu helfen! Auch die Religion fordert vonmir reine Tugend, redliche Erfüllung der Pflicht.Sie macht diese zur einzigen Bedingung meinesinneren Friedens, meiner wahren Glückseligkeit.Ihre Gebote sind insoweit Vorschriften meinereigenen Vernunft, das in mir wohnende, durchWorte ausgedrückte Sittengesetz selbst. Aberwelch' einen hohen Werth ertheilt sie nicht jenerund diesem in meinen Augen, indem sie mir siezugleich, als den Willen des Unendlichen an-kündigt! Als das bestimmteste, unnachläßlichsteGebot desjenigen, durch den ich bin, und be-stehe und seyn werde! Mit welcher Kraft, einenWillen zu vollbringen, und standhaft auf dem We-ge der Pflicht und Tugend zu wandeln, durchdringt mich nicht, das durch sie für mich aufge-stellte